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Den steigenden Bedarf an weitreichenden Artilleriesystemen wollen Rheinmetall und Lockheed Martin zukünftig mit dem Global Mobile Artillery Rocket System (GMARS) decken. Die Unternehmen haben das gemeinsam entwickelte System auf der Eurosatory 2024 in Paris vorgestellt.

Bei GMARS handelt es sich um ein hochmobiles, allwetterfähiges und rund um die Uhr einsetzbares Raketenartilleriesystem auf Basis des bewährten HX-Lkw. Das shoot-and-scoot-fähige GMARS ist mit einem Mehrfachraketenwerfer mit zwei Pods sowie einer Feuerleitanlage ausgestattet.

Nach Angabe von Rheinmetall kann der Zweifach-Werfer des GMARS die gesamte MLRS-Munitionsfamilie (MFOM) verschießen. Hierdurch sei GMARS kompatibel mit allen in der NATO eingeführten MLRS-Raketen von Lockheed Martin. Die integrierte, inertiale, GPS-gestützte Navigationsanlage ermögliche präzise Feuerunterstützung auf kurze und lange Distanzen – munitionsabhängig bereits heute auf Reichweiten von über 400 Kilometern. Durch die kontinuierliche Weiterentwicklung der Raketen werde diese Wirkreichweite zukünftig noch gesteigert werden können.

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GMARS mit Zweifachwerfer auf HX-Lkw ist ein hochmobiles, allwetterfähiges und rund um die Uhr einsetzbares Artillerieraketensystem. (Foto: Gerhard Heiming)

Bei einem Gefechtsgewicht von deutlich unter 40 Tonnen erreicht GMARS auf der Straße unter Nominalbedingungen eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h und eine Fahrreichweite von bis zu 700 Kilometern. Dank kompakter Abmessungen ist es auf allen gängigen Straßen und im Eisenbahntransport ohne Einschränkungen beweglich. GMARS muss sich beim Schießen nicht abstützen, kann also nach kurzem Feuerhalt weiterfahren (shoot and scoot). Mit dem integrierten Kransystem ist sicheres und schnelles Nachladen unter allen Wetterbedingungen jederzeit möglich.

Die Besatzung besteht aus zwei Soldaten, wobei Rheinmetall zufolge die optional geschützte Kabine einen Sitzplatz für ein drittes Besatzungsmitglied bietet. GMARS weise eine hohe Komponentengemeinsamkeit mit dem Raketenwerfer M270/HIMARS und den Rheinmetall HX-Lkw auf. Das erleichtere Ausbildung und Logistik und zeige sich auch für die Interoperabilität mit NATO-Streitkräften, die MLRS und HIMARS einsetzen, von Vorteil.

Redaktion / gwh