Print Friendly, PDF & Email

In der französischen Botschaft in Berlin haben Safran Helicopter Engines und die MTU Aero Engines am 26. Juni im Beisein des französischen Botschafters in Deutschland, François Delattre, und Thomas Hitschler, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium der Verteidigung eine Kooperationsvereinbarung zur Gründung des 50:50-Joint-Ventures EURA (European Military Rotorcraft Engine Alliance) unterzeichnet. Das sei ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur gemeinsamen Entwicklung eines neuen, vollständig europäischen Triebwerks für die nächste europäische Militärhubschraubergeneration, schreibt die MTU Aero Engines.

Das neue Unternehmen EURA wird seinen Sitz im französischen Bordes haben. Den Geschäftsführer stellt die MTU.

Nach Angabe von MTU fokussiert das Joint Venture auf die Entwicklung eines neuen Triebwerks für die nächste Generation schwerer europäischer Militärhubschrauber. Diese soll 2040 in Dienst gestellt werden. Das künftige Triebwerk soll signifikante Effizienzsteigerungen bieten und deutlich günstiger hinsichtlich des Betrieb und der Instandhaltung sein. Mit dieser Zielsetzung eigne es sich hervorragend für das EU-Projekt European Next Generation Rotorcraft Technologies (ENGRT). Die herausragenden Eigenschaften des Triebwerks sollen Europas nächster Militärhubschraubergeneration verbesserte Fähigkeiten verleihen – mehr Reichweite, höhere Geschwindigkeit, bessere Manövrierfähigkeit und höhere Verfügbarkeit.

blank
Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung (v.l. Thomas Hitschler, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium der Verteidigung, Cédric Goubet, CEO von Safran Helicopter Engines, Michael Schreyögg, Programmvorstand der MTU Aero Engines, François Delattre, französischer Botschafter in Deutschland) (Foto: MTU Aero Engines)

Finanziert mit 40 Millionen Euro aus dem European Defence Fund läuft seit Januar 2023 das Studienvorhaben EU Next Generation Rotorcraft Technologies Project (ENGRT). Unter Federführung von Airbus Helicopters befassen sich 24 europäische Unternehmen (darunter aus Deutschland das DLR, Hensoldt, MTU Aero Engines und Rolls Royce Deutschlands sowie u.a. Safran Helicopter Engines) mit der Analyse des künftigen Bedarfs, der wichtigsten Merkmale und Fähigkeiten künftiger Drehflügler, alternativer Drehflüglerplattformen, Flugdemonstratoren und Simulatoren. Zudem sollen ein Fahrplan für militärische Drehflügler, Strategien für Modularität und Fertigung, Lebenszyklusanalysen und Wartungskonzepte erstellt werden. Die Studie soll im Mai 2026 abgeschlossen werden.

Die Gründung von EURA soll nach Aussage von MTU zudem dazu beitragen, dass sich ein zukünftiger Forschungsaufruf im Rahmen des European Defence Fund (EDF) eigens auf militärische Hubschraubertriebwerke bezieht. Über EURA würden Safran Helicopter Engines und die MTU Aero Engines gemeinsam mit einem leistungsfähigen Konsortium von Partnern auf eine entsprechende Ausschreibung antworten.

„EURA garantiert die Souveränität der zukünftigen Militärhubschrauber, die Europa und die europäischen Nationen benötigen werden“, sagt Cédric Goubet, CEO von Safran Helicopter Engines. „Das Joint Venture ermöglicht es uns, die Entwicklung neuer Technologien, etwa mit Blick auf hybrid-elektrische Antriebe, und Hochtemperaturwerkstoffe anzustoßen. Damit können wir die Spezifikationen zukünftiger Hubschrauberprojekte erfüllen.“

„Dieses zukunftsweisende Programm für ein zu 100 Prozent europäisches Triebwerk ist ein weiterer Meilenstein in der europäischen Verteidigungskooperation. Es trägt wesentlich dazu bei, Europas Souveränität und Hochtechnologie-Lieferketten zu stärken“, so Michael Schreyögg, Programmvorstand der MTU Aero Engines. „Die Entwicklung dieses Triebwerks der nächsten Generation erfordert effizientes Projektmanagement und eine schnelle, flexible Entscheidungsfindung. Beides gewährleisten wir mit EURA.“

Die Zusammenarbeit für den Antrieb der nächsten europäischen Militärhubschraubergeneration ergänzt die bereits bestehende Kooperation der beiden Unternehmen für den Antrieb des New Generation Fighter im Rahmen des FCAS-Programms.

gwh