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Das Beschaffungsamt der Bundeswehr hat den Kauf eines zweiten marktverfügbaren Hochseeschleppers für die Deutsche Marine abgeschlossen. Der neue Schlepper, der künftig unter dem Namen „Borkum“ fahren wird, wurde auf dem zivilen Markt gebraucht erstanden, ähnlich wie der Schlepper „Rügen“, der bereits im vergangenen Jahr erworben wurde. Diese Beschaffungen dienen als Interimslösung für mindestens sechs Jahre, bis ein mögliches Nachfolgesystem verfügbar ist.

„Im Vergleich zu einem Neubau können wir mit dem Gebrauchtkauf auf dem zivilen Markt der Deutschen Marine die beiden Schlepper wesentlich schneller zur Verfügung stellen“, erklärte der zuständige Projektleiter im Beschaffungsamt. Der neue Schlepper „Britoil Guardian“ wurde aufgrund seines geringen Alters von nur zwei Jahren ausgewählt. Die Kaufsumme liegt im niedrigen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich.

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Foto: Britoil

Der ca. 70 x 17 Meter große, im November 2022 an Britoil Offshore Services PTD LTD ausgelieferte Schlepper ist als ein DP2 AHTS/Emergency Towing Vessel (ETV) 100TBP, ursprünglich für den Schutz des Great Barrier Reefs konzipiert. Die unter Singapur-Flagge fahrende „Britoil Guardian“ wurde weltweit eingesetzt.

Die Übernahme der zukünftigen „Borkum“ in Kiel ist für September dieses Jahres geplant, gefolgt von der Indienststellung im Oktober. Eine kurze Umrüstungsliegezeit ist für den Sommer 2025 vorgesehen, in der militärisch erforderliche Umbauten wie die Einrüstung von militärischem Funk und Navigation vorgenommen werden. Bis dahin wird die „Borkum“ der Marine zur Eigenausbildung der Besatzung zur Verfügung stehen.

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Mit der zukünftigen „Borkum“, deren Beschaffung innerhalb von fünf Monaten realisiert werden konnte, wird zusammen mit dem Schlepper „Rügen“ die über 50 Jahre alten Schlepper „Wangerooge“, „Spiekeroog“ und „Fehmarn“ ersetzen, deren Instandsetzung als unwirtschaftlich eingestuft wurde.

Technische Daten

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Grafik: Britoil

Redaktion / hum