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Der norwegische Instandsetzer von schweren Fahrzeugen für den Verteidigungs- und Zivilmarkt, RITEK, hat mit KNDS Deutschland vereinbart, einen Teil der Kampfpanzer Leopard 2, die Norwegen bei KNDS bestellt hat, in eigenen Werkstätten zu montieren. Die Vereinbarung wurde am 11. Juni, am Rande German-Norwegian Defence Industry Seminar der AHK Norwegen, im Beisein des norwegischen Verteidigungsminister Bjørn Arild Gram und des deutschen Botschafters in Norwegen, Detlef Wächter, unterzeichnet.

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Unterzeichnung des Vertrags zwischen KNDS Deutschland und RITEK. (Foto: AHK Norwegen)

Norwegen hat im Februar 2023 bei KNDS 54 Kampfpanzer Leopard 2 A7 – mit einer Option auf 18 weitere Panzer – mit einem Auftragswert von rund 1,8 Milliarden Euro bestellt, die im Zeitraum 2026 bis 2031 geliefert werden sollen (ESuT berichtete). Im Juni 2023 wurde bekannt, dass die Bezeichnung auf Leopard 2 A8 NOR geändert wurde (ESuT berichtete). Damit erhält Norwegen, die modernste und am meisten digitalisierte Version des Erfolgspanzers aus Deutschland.

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Der Leopard 2A7A1, der bei den NATO Days 2022 in Tschechien gezeigt wurde, ist die Basis für die Konfiguration Leopard 2 A8 (Foto: Creative-Commons-4.0_Fric-Matej)

„Ich möchte KNDS Deutschland und RITEK zur Unterzeichnung der Vereinbarung gratulieren. 37 der 54 Leopard 2 Panzer, die Norwegen bei der deutschen Firma Krauss-Maffei Wegmann bestellt hat, werden bei RITEK in Levanger montiert. Die Montage von Kampfpanzern in Norwegen ist ein Novum in der Geschichte. Dies könnte der Beginn eines neuen norwegischen Industrieabenteuers sein“, erklärt der norwegische Verteidigungsminister Bjørn Arild Gram.

RITEK soll der Vereinbarung gemäß auch das Zentrum für die Wartung, Reparatur und Aufrüstung der nordischen Flotte werden. Auch nach der Montage soll die Produktionslinie erhalten bleiben, so dass RITEK für den Export in andere Länder produzieren kann. Dies ist sowohl für die lokale Wertschöpfung als auch für die deutsch-norwegische Zusammenarbeit positiv.

Gleichzeitig erhalten die NATO und Europa durch das Abkommen die Möglichkeit, in Zukunft die Produktion von Panzern zu erhöhen. RITEK befindet sich in zentraler Lage in der Nähe wichtiger Logistikknotenpunkte in Nordeuropa und verfügt über spezialisierte Arbeitskräfte, die das Unternehmen für sein Wachstum in den kommenden Jahren benötigt.

„Die nordischen Länder haben einen hohen Bedarf an Werkstätten für Schwerlastfahrzeuge, der nun durch die Vereinbarung bedient wird. Der heute von RITEK und KNDS Deutschland unterzeichnete Vertrag wird sowohl die industrielle Zusammenarbeit zwischen Norwegen und Deutschland als auch die Wehrfähigkeit und Versorgungssicherheit Europas stärken“, so der Verteidigungsminister weiter.

Redaktion / gwh