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In der Westukraine hat das im Oktober 2023 gegründete Gemeinschaftsunternehmen Rheinmetall Ukrainian Defense Industry einen Instandsetzungsstützpunkt für Militärtechnik vor allem aus Deutschland offiziell eröffnet.

„Gemeinsam mit unseren Verbündeten sind wir bestrebt, unsere Produktionskapazitäten weiterzuentwickeln. Wir glauben, dass die ukrainische Verteidigungsindustrie, als Teil einer europäischen Verteidigungsindustrie, das System der kollektiven Sicherheit der Europäischen Union stärkt. Daher ist die Eröffnung eines gemeinsamen Servicezentrums mit Rheinmetall nicht nur ein Schritt zum Sieg der Ukraine, sondern auch eine wichtige Etappe beim Aufbau des Arsenals der Freien Welt“, sagte der ukrainische Minister für strategische Industrien, Oleksandr Kamyschin am 10. Juni bei der politischen Eröffnung.

Der Hub hat nach Angabe von Rheinmetall seine Arbeit bereits aufgenommen. Mehrere Schützenpanzer Marder werden gewartet und repariert. Perspektivisch sollen an anderen Standorten in der Ukraine auch Kampfpanzer vom Typ Leopard 1 und Leopard 2 sowie weitere Systeme aus deutscher Produktion instandgesetzt werden.

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In dem neu eröffneten Rheinmetall-Instandsetzungsstützpunkt in der Ukraine werden u.a. Schützenpanzer Marder gewartet und repariert. (Foto: Rheinmetall)

Armin Papperger, Vorstandsvorsitzender der Rheinmetall AG: „Es ist uns ein Herzensanliegen, der Ukraine wirkungsvolle und verlässliche Unterstützung zu geben. Bei der Versorgung mit Ersatzteilen haben für uns eine möglichst hohe Verfügbarkeit und eine schnelle Nachlieferung höchste Priorität. Dazu nutzen wir bestehende Kanäle über Originalhersteller, arbeiten selbst sowie mit Partnern Material auf. Zudem reaktivieren wir ursprüngliche Lieferketten und binden die lokale Produktion in der Ukraine ein.“

Dmytro Klimenkov, stellvertretender Verteidigungsminister der Ukraine, ergänzte: „Die Eröffnung des ersten gemeinsamen Servicecenters mit Rheinmetall in der Ukraine stärkt unsere Verteidigungsfähigkeit entscheidend. Diese Einrichtung ermöglicht es uns, eine schnelle Reparatur und Wartung von deutschem Gerät direkt auf ukrainischem Boden zu gewährleisten und damit die Effizienz unserer Streitkräfte erheblich zu steigern. Wir sind unseren deutschen Partnern dankbar für ihr Vertrauen und ihre Unterstützung. Dies ermöglicht es uns, dem Sieg selbstbewusst entgegenzugehen und uns in das europäische System der kollektiven Sicherheit zu integrieren.“

Beim Aufbau des Stützpunkts hat Rheinmetall auf vorhandene Infrastruktur zurückgegriffen. Die Einrichtung wurde mit Spezialwerkzeugen, Ersatzteilen und weiterem Gerät ausgestattet. Ukrainisches Fachpersonal war zur Ausbildung im vergangenen Jahr an verschiedenen Rheinmetall-Standorten in Deutschland und kümmert sich jetzt als Industriemechaniker oder Mechatroniker um Wartung und Instandsetzung eigener Gefechtsfahrzeuge.

Redaktion / gwh