Das Innenministerium ordert bis zu 44 Hubschrauber vom Typ H225 bei Airbus Helicopters.
Berlin 6. Juni 2024: Bundesinnenministerin Nancy Faeser hat am 6. Juni auf der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung in Berlin-Schönefeld bis zu 44 Hubschraubern des Typs H225 für die Bundespolizei bestellt. Der Rekordauftrag beläuft sich auf 38 Festbestellungen, mit Optionen für weitere sechs Hubschrauber. Das Auftragsvolumen beläuft sich nach Angaben des Innenministeriums auf eine Summe in Höhe von 1,9 Mrd. Euro. Die Auslieferung soll ab Ende 2029 beginnen und bis 2036 abgeschlossen sein.

Nutzlast und Reichweite des neuen Langstrecken-Passagiertransporthubschrauber H225 machen den Hubschrauber zu einem vielseitigen Luftfahrzeug, das für eine Vielzahl von Einsätzen geeignet ist. „Die neuste Entwicklung der SUPER PUMA-Familie kann für eine Vielfalt an Missionen eingesetzt werden“, wie Bruno Even, CEO von Airbus Helicopters bei der gemeinsamen Pressekonferenz mit der Bundesinnenministerin unterstreicht. Demnach reicht das Spektrum der H225 vom kommerziellen Lufttransport über Search and Rescue Einsätze (SAR), Strafverfolgung, Brandbekämpfung und medizinische Evakuierung (Medevac) bis hin zur Katastrophenhilfe. Damit sei der Helikopter perfekt für die Einsatzprofile der Bundespolizei geeignet.
Die Bundespolizei leiste Faeser zufolge tagtäglich herausragende Arbeit für die Sicherheit unseres Landes, und das oft unter schwierigen Bedingungen. „Mit den hochmodernen neuen Hubschraubern wird die Bundespolizeiihre Aufgaben zur Sicherung unserer Grenzen, bei der Terrorismusbekämpfung, dem Schutz kritischer Infrastrukturen oder bei Großeinsätzen noch schneller und flexibler erfüllen können“, erklärt sie. Außerdem komme den Hubschraubern eine zentrale Rolle im Bevölkerungsschutz zu. Auch bei Hochwasserkatastrophen, wie aktuell in Süddeutschland und bei Waldbränden könnten die neuen Hubschrauber zum Einsatz gebracht werden.
„Um in der heutigen komplexen und wettbewerbsorientierten Welt zu überleben, muss ein Unternehmen wie Airbus mehr als nur widerstandsfähig und innovativ sein“, unterstreicht Bruno Evan, CEO von Airbus Helicopters. „Großaufträge für Schlüsseltechnologien wie für die H225 sichern nicht nur Tausende von Arbeitsplätzen, sondern garantieren auch das Know-how, das für Entwicklung, der Technologien für die Zukunft und der industriellen Souveränität erforderlich ist“, erklärt Evan weiter und unterstreicht, dass dieser Vertrag dazu beitrage, die Schlüsseltechnologie im Herzen Europas zu sichern.
Das Auftragsvolumen beläuft sich nach Angaben des Innenministeriums auf 1,9 Mrd. Euro. Neben den Hubschraubern umfasst der Vertrag auch zwei Flugsimulatoren, Winden- und Kabinensimulation, umfangreiche Trainings- und Schulungsleistungen, Werkzeug- und Dockausstattung sowie technische Unterstützung für den Anfangsflugbetrieb. Die Auslieferung der neuen Helikopter soll Ende 2029 beginnen und bis zum Jahr 2036 abgeschlossen sein.

Die H225 soll die Hubschrauber H155 und AS332 der Bundespolizei ersetzen. Im Vergleich zu den bisherigen AS332-Modellen verfügt die H225 über ein modernes Cockpit mit aktualisierter Avionik und einem digitalen 4-Achsen-Autopiloten. Das neue, leistungsstarke Missions- und Kommunikationssystem verbessert die Lageerkennung und sorgt für eine reibungslose Datenübertragung zwischen den Polizeikräften.
Airbus Helicopters gibt an, dass die H225 bis 2030 mit 100 Prozent nachhaltigem Treibstoff (SAF) fliegen kann. Das wurde bereits auf der ILA Berlin 2022 demonstriert. Zudem ist der Hubschrauber mit einem verbesserten Hauptgetriebe und erweiterten Health- und Usage-Monitoring-Systemen ausgestattet, die die Sicherheit erhöhen und Kosten reduzieren. Mit einem maximalen Startgewicht von 11.160 kg bietet die H225 eine Reichweite von über 832 km (1.107 km mit externen Treibstofftanks) und eine externe Nutzlast von 4.750 kg, was sie ideal für Einsätze wie Katastrophenhilfe und Brandbekämpfung macht. Der Vertrag beinhaltet auch Schulungsmittel und Ersatzteilpakete. Die neuen Hubschrauber sollen die bisherige Flotte bestehend aus 19 EC 155 und 19 AS 332 Super Pumas, die im Schnitt seit 30 Jahren im Einsatz sind, schrittweise ersetzen.
Die Bundespolizei betreibt 94 Airbus-Hubschrauber. Von der einmotorigen H120 für die Pilotenausbildung über mehr als 40 zweimotorige Hubschrauber der H135-Familie bis hin zur Super-Puma-Familie, deren neueste Variante der H225 ist. Die Partnerschaft begann 1962, als die Bundespolizei (damals Bundesgrenzschutz) ihre Alouette II in Betrieb nahm, die vom französischen Airbus-Vorgängerunternehmen Aérospatiale gebaut wurde.
Jürgen Fischer















