Der deutsche KI-Entwickler Helsing hat in seinem internen Programm Centaur nach eigener Angabe wegweisende KI-Fähigkeiten für autonome Luftkampfsysteme auf bestehenden und zukünftigen Plattformen wie Loyal Wingman, FCAS und äquivalenten Initiativen in Großbritannien und Europa entwickelt.

Auf der Internationalen Luftfahrtausstellung ILA, die ab 5. Juli für das Fachpublikum geöffnet ist, will Helsing einem ausgewählten Publikum das fortgeschrittene Stadium des Projekts demonstrieren.

KI-gestützte Software entlastet den Piloten von Routinetätigkeiten und ermöglicht die Führung unbemannter Systeme. (Foto: Helsing)

Es gelte, die Steuerung von begleitenden, unbemannten Flugobjekten technologisch zu lösen und für mich als Piloten einfach handhabbar zu machen, hat Stephanie Lingemann, Senior Director Air Domain bei Helsing, im Interview mit ESuT.de erklärt. „Und dann werden wir Schritt für Schritt nach vorne gehen, um diese Technologien auch für hochautomatisierte Steuerung auf allen Ebenen einzusetzen. Initial nutze ich dann KI-Fähigkeiten, um meine Subsysteme wie beispielsweise meine ESM- und meine Radaranlage zu steuern.“

Um autonome Flug- und Kampffähigkeiten der nächsten Generation zu erschaffen, verfolgt Projekt Centaur einen neuen Ansatz, der KI-Ansätze um Reinforcement Learning und Foundation Modelle kombiniert.

„Autonomie im Luftkampf ist ein herausforderndes und faszinierendes KI-Problem“, sagt Antoine Bordes, VP für Künstliche Intelligenz bei Helsing.  „Durch die Verwendung eines End-to-End-Ansatzes nutzen wir die Erkenntnisse jüngster KI-Durchbrüche und übertragen sie auf den Luftbereich. Ich bin begeistert von den Fortschritten, die wir auf diesem Weg bereits gemacht haben, und von den Reaktionen der menschlichen Piloten, die bereits gegen die Centaur-KI angetreten sind.“

„Um im Luftkampf kompetitiv zu bleiben, muss Europa in die Entwicklung fähiger und sicherer unbemannter Systeme investieren“, sagte Gundbert Scherf, Mitgründer und Co-CEO von Helsing. „Aufbauend auf den überzeugenden ersten Ergebnissen hat Helsing beschlossen, erhebliche Mittel für die Ausbildung und Entwicklung dieser neuen künstlichen Intelligenz für bestehende und künftige Luftkampfsysteme bereitzustellen. Durch den Einsatz moderner KI-Ansätze schaffen wir die Grundlage für erhebliche Leistungssprünge – angewandt auf die speziellen Herausforderungen des Luftkampfes.”

Redaktion / gwh