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Am 21. Mai 2024 fand im Danziger Wissenschafts- und Technologiepark ein Industrietag statt, an dem die südkoreanische Werft Hanwha Ocean und Subunternehmer ihre Vorstellungen zum U-Bootbauprogramm für die polnische Marine vorstellte.

Damit setzen sich die Gespräche vom November 2023 fort (ESuT berichtete). Hanwha Ocean untermauerte diesmal mit seinen Partnern Hanwha Systems, Hyosung Heavy Industries, KTE, NK, Kolon Dacc Composite, Babcock International Group und Gabler sein Angebot des KSS-III. Das 3.600-Tonnen U-Boot ist bei der Marine der Republik Korea im Dienst.

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Ein südkoreanisches U-Boot vom Typ KS-III (Foto: MoD ROK)

Das in Polen unter der Projektbezeichnung Orka bekannte Beschaffungsprogramm hat eine mehr als zehn Jahre zurückreichende Geschichte. Ursprünglich plante das Verteidigungsministerium den Kauf von drei bis vier neuen U-Booten. Aus der U-Bootflottille von ehemals fünf Einheiten verfügt die polnische Marine derzeit über ein U-Boot der russischen Kilo-Klasse, die „ORP Orzeł“ (Projekt 877E). Die Außerdienststellung der vier U-Boote der norwegischen Kobben-Klasse begann 2017 und wurde 2021 abgeschlossen. Das Erneuerungsprogramm sollte eigentlich bereits Ende 2023 unter Dach und Fach sein. Nun wird 2024-25 für den Vertragsabschluss über drei neue U-Boote angepeilt. Wobei, was Termin und Anzahl betrifft, nicht alle Fragezeichen ausgeräumt sind. Andere Rüstungsvorhaben Warschaus wie Luftverteidigung und Modernisierung des Heeresfuhrparks sind nicht minder kostenintensiv.

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Modell auf dem Hanwha Ocean Industry Day in Gdansk (Foto: Hanwha Ocean)

Südkorea steht für Einhalten des Zeitplans

Hanwha Ocean bewarb sein KSS-III nicht nur mit dem Versprechen, ein Hochleistungs-U-Boot zur Verfügung zu stellen. Die Südkoreaner wollen Technologietransfer ermöglichen und die polnische Industrie ebenso wie Forschungsanstalten einbinden. Neben den üblichen Angebotsinhalten wie Schulung und Training locken die Südkoreaner mit Aufbau eines lokalen Unterstützungszentrums für Wartungs-, Reparatur- und Überholungsarbeiten. Sie stehen auch für einen engen Zeitplan ein.

„Sollte das U-Boot von Hanwha Ocean vom polnischen Verteidigungsministerium ausgewählt werden, können wir das U-Boot innerhalb von sechs Jahren nach Auftragserteilung an die polnische Marine ausliefern“, ließ der Vizepräsident von Hanwha Ocean Vizeadmiral a.D. Steve SK Jeong während des Industrietages wissen.

In der polnischen Berichterstattung über die Veranstaltung wird auf die Fähigkeit von Hanwha, Produkte pünktlich und sogar vorzeitig zu liefern, hingewiesen. Dies wäre bei den bereits existierenden Beschaffungsvorhaben für das polnische Heer, die Panzerhaubitze K9 und MRLS Chunmoo (Homar-K), unter Beweis gestellt worden. Auch die Lieferung der in Seoul bestellten Kampfpanzer K2 läuft bisher geräuschfrei ab.

Hans Uwe Mergener