Die U.S. Army hat Elbit Systems beauftragt, aktive Schutzsysteme (Active Protection System, APS) Iron Fist decoupled (IF-LD) für die Integration in die neueste Variante M2A4E1 des Schützenpanzers Bradley zu liefern. Wie Elbit am 5. Mai mitgeteilt hat, sollen die Schutzsysteme in diesem ersten Auftrag über 24 Monate hinweg an den Bradley-Hersteller General Dynamics Ordnance and Tactical Systems (GD-OTS). Der Auftragswert betrage 37 Millionen Dollar (34 Millionen Euro).

Die neuste Version M2A4E1 des Schützenpanzers Bradley wird mit dem APS Iron Fist ausgestattet. (Foto: U.S. Army)

Elbit beschreibt Iron Fist APS als ein fortschrittliches Hard-Kill-System, das die Selbstverteidigungsfähigkeiten von gepanzerten Plattformen gegen moderne Bedrohungen auf dem Schlachtfeld verbessern soll. Es sei ein APS der zweiten Generation und zeichne sich durch hohe Leistung bei geringem Volumen, Gewicht und Energiebedarf aus. Das System biete gepanzerten Plattformen einen 360-Grad-Schutz vor einer Vielzahl von Panzerabwehrbedrohungen wie Panzerabwehrraketen (Anti-Tank Rockets – ATR), panzerabwehrgelenkte Raketen (Anti-Tank Guided Missiles – ATGM), UAS und Loitering-Bedrohungen, sowohl in offenem Gelände als auch in komplexen städtischen Umgebungen. Die Abfangmethode des Iron Fist APS reduziere die verbleibende Durchschlagskraft der abgefangenen Bedrohung drastisch und verursache nur minimale Kollateralschäden.

Komponenten des Iron Fist; Launcher und Radar sind außen und die übrigen Geräte innen eingebaut. (Foto: GD-OTS)

Das Hard-Kill-Konzept des Systems basiert GDS-OTS zufolge auf dem Abfangen der Bedrohung durch den Abschuss eines kleinen Gefechtskopfes, der in einem genau berechneten Moment in sicherer Entfernung von der geschützten Plattform gezündet wird und die Bedrohung durch einen Schockwelleneffekt besiegt oder vernichtet. Dank seiner beiden Sensortechniken – einem Such- und Verfolgungsradar und einem passiven Infrarotsensor – biete das System eine robuste und zuverlässige Erkennung von Bedrohungen, eine genaue Flugbahnvorhersage sowie eine kurze Reaktionszeit in allen Geländebereichen. Das 329 kg schwere System verbraucht im Betrieb zwischen 610 und 820 W.

Die U.S. Army hat den M2A4E1 vor zwei Wochen als die „modernste und überlebensfähigste Version“ des Schützenpanzers Bradley vorgestellt. Neben Iron Fist ist der Panzer außerdem mit verbesserten hochauflösenden Wärmebildgeräten für die Besatzung und einer Umgebungskontrolleinheit ausgestattet, um Hitzestress zu verhindern. Diese neue Version soll die Bradley ersetzen, die die USA an die Ukraine abgegeben hat. Im Januar hatte das US-MoD angekündigt mit weiteren 59 Bradley die Abgaben auf 109 Einheiten zu erhöhen.

Gerhard Heiming