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Die Bundesregierung hat ihre Liste über Unterstützung der Ukraine mit Ausrüstungs- und Waffenlieferungen aus Mitteln der Ertüchtigungshilfe am 29. April aktualisiert. Seit Beginn des russischen Angriffskriegs am 24. Februar 2022 habe Deutschland Material aus Beständen der Bundeswehr mit einem geschätztem Wiederbeschaffungswert von etwa 5,2 Milliarden Euro an die Ukraine abgegeben und mit einem Kostenaufwand von 282 Millionen Euro über 10.000 ukrainische Soldatinnen und Soldaten militärisch ausgebildet, steht im Vorwort zur Liste.

Zur Verstärkung der Luftverteidigung wurden ein zweites Luftverteidigungssystem Skynex mit Munition und das neunte Luftraumüberwachungsradare TRML-4D geliefert. Hinzu kommen (aus Bundeswehr- und Industriebeständen) knapp 30.000 Schuss Munition für den Flakpanzer Gepard und eine nicht quantifizierte Menge an Flugkörpern für IRIS-T SLM. In Vorbereitung sind eine Feuereinheit Patriot (ESuT berichtete), zwei Luftverteidigungssysteme Skynex mit Munition, 15 Flakpanzer Gepard und neun Luftverteidigungssysteme IRIS-T SLM sowie Munition dazu.

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Der Schwerlastsattelzug M1070 von Oshkosh ist eines von rund 600 Logistikfahrzeugen, die der Ukraine bisher übergeben worden sind. (Foto: Oshkosh)

Im zweiten Schwerpunkt Artillerie wurden im April 7.500 Schuss 155 mm Artilleriemunition geliefert. In Vorbereitung sind 36 Radhaubitzen RCH 155, 18 Panzerhaubitzen 2000, 14 Radhaubitzen Zuzana 2 und mehrere hunderttausend Schuss Artilleriemunition 122mm bzw. 155 mm.

In der Rubrik Gepanzerte Gefechtsfahrzeuge erhielt die Ukraine 10 Schützenpanzer Marder 1 A3, deren Zahl damit auf 100 Stück angewachsen ist und 120mm-Munition für den Kampfpanzer Leopard 2. Auf dem Plan stehen noch 40 Schützenpanzer Marder 1 A3 und – aus dem gemeinsamen Projekt mit Dänemark und den Niederlanden – 105 Kampfpanzer Leopard sowie die entsprechende Munition.

Mit je einem Brückenlegepanzer Biber und Pionierpanzer Dachs sowie neun Minenräumpflügen konnten die Pionierfähigkeiten unterstützt werden. In dieser Rubrik soll noch zahlreiches Großgerät übergeben werden, u.a. 15 Bergepanzer 2, sieben Pionierpanzer Dachs, acht Brückenlegepanzer Biber und acht Minenräumpanzer Wisent 1. Das sind alles Gefechtsfahrzeuge aus der Leopard 1-Fahrzeugfamilie.

An Logistikfahrzeugen wurden bisher rund 600 Stück von Daimler Trucks, Rheinmetall und Oshkosh übergeben. Im letzten Monat erhielt die Ukraine u.a. sechs Schwerlasttransporter M1070 von Oshkosh. Jetzt stehen davon 18 Stück in der Ukraine zur Verfügung. Weitere fünf sollen noch folgen.

Der hier aufgezeigte Auszug aus der umfangreichen Liste der Bundesregierung zeigt die breite Spanne an Rüstungsgütern, mit denen der akute Bedarf in der Ukraine gedeckt wird. Die kritische Lage erfordert noch mehr Abgaben aus dem Bestand der Bundeswehr, wenn die Industrie erst nach langer Lieferzeit Gerät bereitstellen kann.

Redaktion / gwh