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Am 5. März 2020 wird im japanischen Kobe die „Ōryū“, das erste U-Boot, welches seine Energie ausschließlich in einer Lithium-Ionen-Fahrbatterie (LIB) speichert, in Dienst gestellt. (Die Fahrbatterie speichert die Energie zum Antrieb des U-Bootes. Sie versorgt den elektrischen Fahrmotor mit der erforderlichen Leistung.) Eine Revolution! Der bis dato genutzte außenluftunabhängige Antrieb (engl. Air Independent Propulsion –- AIP) entfiel.

Die Fachpresse war aufgewühlt. „(…) – Ein neuer Antrieb für das zweite Jahrhundert der U-Bootfahrerei“ betitelte der U-Boot- Experte Raimund Wallner seinen Artikel im Jahr 2019 hierzu.

Seitdem hat Japan ein weiteres U-Boot in Dienst gestellt und mit der Produktion einer zweiten Klasse von U-Booten mit LIB begonnen. Diese verzichten ebenfalls auf einen AIP.

Derweil rüstet die südkoreanische Marine ihr 2. Los der KS-III-Klasse (Auslieferung geplant 2027) mit LIB aus, und Italien plant die Integration in U-212NFS (Auslieferung geplant 2028). Im Gegensatz zu Japan halten Südkorea und Italien an der parallelen Nutzung eines AIP fest. Alle im U-Boot-Export tätigen europäischen Werften sowie China sind aktiv und bieten im Rahmen aktuell laufender Ersatzbeschaffungen U-Boote mit LIB an – teilweise ohne AIP.

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Die „Ōryū“ war erste U-Boot, welches seine Energie ausschließlich Aaus einer Lithium-Ionen-Fahrbatterie bezieht (Foto: MSDF)

Zusammenfassend scheint es möglich, dass Raimund Wallner recht behält und die LIB die herkömmliche Blei-Säure-Batterie nach und nach verdrängt. Selbst die vermeintliche Schlüsseltechnologie AIP scheint an Bedeutung zu verlieren. Aber handelt es sich hierbei um eine Revolution und verändert sie tatsächlich die Unterwasserseekriegführung?

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