Wie das Verteidigungsministerium in der Region Brüssel in der vergangenen Woche berichtet hat, bereiten sich aktuell 280 belgische Soldaten in Frankreich während eines großen Manövers für die nächste Rotation in Rumänien im Rahmen der NATO-Mission „Forward Land Forces“ vor. Dabei üben die Belgier mit ihren französischen und luxemburgischen Kameraden, bevor es im Sommer nach Südosteuropa geht. Im „Centre d’Entraînement aux actions en Zone Urbaine“ (CENZUB) in der nordfranzösischen Region Sissone trainieren die Verbündeten drei Wochen lang vor allen Dingen den Häuserkampf.

Soldaten der NATO-Battlegroup für Rumänien üben in Frankreich den Häuserkampf.
(Foto: CENZUB, Adrien Muylaert)

Das Infanteriebataillon „Prinz Baudouin“ – Grenadiere (1 C/1 Gr) stellt die Piloteinheit des belgischen Verbandes dar. Dazu zählen weiterhin Teile des 11. Pionierbataillons, des Artilleriebataillons, des 18. Logistikbataillons, des 23. Sanitätsbataillons, der 10. Kommunikations- und Informationsgruppe und der Militärpolizei. Es ist das erste Mal, dass die 1 C/1 Gr-Einheit mit Soldaten der französischen „Lead Nation“ im Rahmen der multinationalen NATO-Battlegroup für Rumänien übt, bevor alle beteiligten Teile nach Südosteuropa verlegen.

Ein Allschutz-Transportfahrzeug (ATF) „Dingo 2“ des belgischen Heeres in bebautem Gelände.
(Foto: CENZUB, Adrien Muylaert)

Hintergrund

Nach der gewaltsamen Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim durch die Russische Föderation und dem Beginn des Donbass-Krieges in 2014 beschloss die NATO auf ihrem Gipfeltreffen 2016 in Warschau die „enhanced Forward Presence“ (eFP) im Baltikum und in Polen zur Sicherung der bedrohten Ostflanke des Bündnisses. In jedes dieser vier Länder entsandte die Atlantische Allianz ab 2017 je eine multinationale „Battlegroup“ auf Rotationsbasis. Nach dem Beginn des uneingeschränkten russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine 2022 verabredete die NATO mit den „enhanced Vigilance Activities“ (eVA) die Aufstellung von vier weiteren Battlegroups, um auch Bulgarien, Rumänien, die Slowakei und Ungarn abzusichern.

Dr. Gerd Portugall