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In Anwesenheit von UK Verteidigungsminister Grant Shapps ist der achte Prototyp des britischen Kampfpanzers Challenger 3 in Telford bei RBSL, dem Joint Venture von Rheinmetall und BAE Systems, vom Band gelaufen. Damit stehen alle acht bestellten Prototypen der Truppe für die Erprobung der „beeindruckenden Palette modernster Technologie“ zur Verfügung, wie das britische Verteidigungsministerium mitgeteilt hat.

Anfang des Jahres hat die Erprobung mit den ersten Prototypen begonnen. 18 Monate lang sollen die Kampfpanzer unter Einsatzbedingungen getestet werden, um ihre Leistung zu bestätigen und Verbesserungen vorzunehmen, bevor weitere 140 Stück gebaut und an die britische Armee ausgeliefert werden. Die Freigabe für die Serienproduktion wird für das zweite Halbjahr erwartet.

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Roll-out des achten Prototypen des Kampfpanzers Challenger 3. (Crown Copyright)

2021 hatte das britische Verteidigungsministerium RBSL beauftragt, in einem Lebensdauerverlängerungsprogramm 148 Kampfpanzer Challenger 2 zu modernisieren. Nach dem mit 930 Millionen Euro dotierten Vertrag sind die modernisierten Kampfpanzer im Zeitraum 2027 bis 2030 zu liefern.

Das Modernisierungsprogramm sieht Verbesserungen in allen Kategorien vor. Im neukonstruierten Turm findet sich eine Waffenanlage mit der 120mm-Glattrohrkanone L55A1 von Rheinmetall sowie zwei unabhängige Wärmebildgeräte für Kommandant und Richtschütze. Die Kanone kann kinetische Wuchtmunition und programmierbare Mehrzweckmunition neuester Bauart verschießen. Um den Leistungsverlust gegenüber der Munition mit abgereichertem Uran auszugleichen, wurde die Entwicklung einer leistungsstärkeren Munition mit Rheinmetall eingeleitet. Der Schutz wurde neu aufgebaut und enthält erstmals das aktive Schutzsystem Trophy. Das leistungsgesteigerte Triebwerk hat eine verbesserte Kühlung erhalten. Im Laufwerk tun Hydrogas-Elemente der dritten Generation ihren Dienst. Die Digitalisierung folgt der Generic Vehicle Architecture. Damit wurden u.a. digitale Arbeitsplätze für die Besatzung geschaffen.

„Das Challenger-3-Programm ist ein Eckpfeiler der Modernisierung des Heeres für die Soldaten der Zukunft, und ich freue mich, dass das Heer, DE&S und RBSL zusammenarbeiten, um unseren Soldaten einen Kampfpanzer von Weltklasse zu liefern, der hier in Großbritannien hergestellt wird“, sagte Generalleutnant Simon Hamilton CBE, Generaldirektor des Heeres für Verteidigung, Ausrüstung und Unterstützung.

Nach Aussage des Programmdirektors des Heeres, Generalmajor Jon Swift OBE, wird der Challenger 3 das Herzstück des Heeres sein. Er werde neben Ajax und Boxer den Kern der Armoured Brigade Combat Teams des Heeres bilden und sei für die Kriegsführungsfähigkeit des Heeres und den britischen Beitrag zur NATO von entscheidender Bedeutung. Die Auslieferung der Prototypen stelle einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg der Modernisierung des Heeres dar.

Gerhard Heiming