Print Friendly, PDF & Email

Das Artilleriesystem LIONFISH Top ist als kleinkalibrige Waffe für die zukünftige Fregattenklasse F126 der Deutschen Marine ausgewählt worden, wie aus einem Kommuniqué des italienischen Rüstungskonzerns Leonardo hervorgeht. LIONFISH Top ist diejenige Variante des 12,7mm-Waffensystems von Leonardo, bei dem sich die Waffe in einem nach Stealth-Ansprüchen gestalteten Geschützturm befindet.

Das ferngesteuerte Waffensystem verfügt über elektro-optische Zielerfassung und -verfolgung, bestehend aus einer Tageslicht- und einer Infrarotkamera sowie einem Laser-Entfernungsmesser. Die Tageslichtkamera soll Auffassungen bis zu 9,5 Kilometer zulassen. Mit der Infrarotkamera sollen Entdeckungsreichweiten bis zu zwölf Kilometern möglich sein, der Laserentfernungsmesser kann ab 5,5 Kilometern tracken. Die Kadenz der Waffe liegt bei maximal 400 Schuss pro Minute, die Höchstreichweite ist mit 1.500 Metern angegeben. Das Gesamtsystems soll – ohne Munition – weniger als 300 Kilogramm auf die Waage bringen.

blank
Vorderansicht eines Modells der F126 mit dem LIONFISH Waffensystem, Foto: hum

Aus der Pressemitteilung von Leonardo geht nicht hervor, wie viele LIONFISH-Top-Systeme bestellt wurden. Leonardo teilt lediglich mit, dass der Konzern zur Ausrüstung von vier Fregatten einschließlich zweier optionaler Einheiten aufgefordert sei. Einem von DAMEN Naval auf der SMM ausgestellten Modell der F126 zufolge (siehe Fotos) wird die Fregatte über vier derartige kleinkalibrige Waffensysteme für die Bekämpfung im Nah- und Nächstbereich verfügen. Zwei im vorderen Schiffsbereich, zwei auf dem Hangar. Inwieweit diese Beobachtung durch die Vertragslage gedeckt ist, ist hier zurzeit nicht bekannt.

blank
blank
blank

Leonardo rüstet somit die künftigen Fregatten mit zwei Artilleriewaffensystemen aus. Im März 2022 wurde die Beauftragung zur Bereitstellung der OTO 127/64 LightWeight (LW) Vulcano bekannt (ESuT berichtete).

Mit einem Waffensystem des gleichen Kalibers, 12,7mm, sind die Fregatten F125 ausgerüstet. Jeweils fünf Hitrole finden sich auf den Fregatten der Baden-Württemberg-Klasse. Die fernbedienbare Hitrole (Highly Integrated Turret Remotely, Operated, Light Electrical) wurde von Oto Melara entwickelt und wird als Marinewaffensystem auch in den Niederlanden verwendet. Dort werden sie auf den OPV der Holland-Klasse und dem Mehrzweckversorgungsschiff (Joint Logistic Support Ship) „Karel Doorman“ eingesetzt.

Hans Uwe Mergener