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Die Bundeswehr stellt mit dem ExtranetBw Informationen für alle Soldatinnen und Soldaten, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und Angehörigen bereit – unabhängig von deren IT-Ausstattung und dem Ort des Zugriffs. Im Mai wurde die erste Ausbaustufe YNSIDE erfolgreich freigeschaltet.

blankDie Bundeswehr setzt bereits seit geraumer Zeit auf vernetztes digitales Arbeiten und die BWI als ihr Digitalisierungspartner sorgt für Aufbau und Betrieb der dafür notwendigen Infrastrukturen sowie der technischen Plattformen und Services. Nicht zuletzt die Corona-Pandemie hat auf breiter Basis gezeigt, welchen enormen Stellenwert robuste und resiliente digitale Infrastrukturen für ortsunabhängiges, vernetztes Arbeiten und damit für die volle Leistungs- und Einsatzfähigkeit von Organisationen haben.

Umso mehr ist es für die Bundeswehr zunehmend von zentraler Bedeutung, Daten und Informationen aus dem bundeswehreigenen Intranet Nutzerinnen und Nutzern ohne Zugang zur dienstlichen IT, externen Personen wie Reservisten, Vertretern von Partnerunternehmen, Lehrgangsteilnehmern oder auch Familienmitgliedern zugänglich zu machen. Hier gilt es, eine Fähigkeitslücke zu schließen. Denn noch gibt es allein in der Bundeswehr viele potenzielle Nutzerinnen und Nutzer, die nicht auf bundeswehreigene IT-Ausstattung zurückgreifen können und aufgrund des Verbotes der Nutzung privater IT-Ausstattung zu dienstlichen Zwecken keinen Zugriff auf Inhalte des Intranets haben.

Aus diesem Grund hat das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) die BWI im Oktober 2021 damit beauftragt, im Rahmen des Projekts „ExtranetBw“ eine entsprechende IT-Plattform aufzubauen, die Bundeswehrangehörige mit Nutzerinnen und Nutzern außerhalb des eigenen IT-Systems vernetzt. Die Ziele: zeitgemäße Mitarbeiterkommunikation, organisationsübergreifender Datenaustausch, digitale Kommunikation und Kollaboration zwischen internen und externen Nutzern, arbeitsplatzunabhängige Teilnahme an digitalen Prozessen sowie die flexible Nutzung von Bildungsangeboten.

Erster Meilenstein wurde planmäßig erreicht

Aufgrund der Komplexität und des Umfangs der Anforderungen sieht der Plan zur Einführung des ExtranetBw eine schrittweise Bereitstellung der Plattform und ihrer Funktionalitäten vor. Am 17. Mai 2022 wurde planmäßig die erste Ausbaustufe dieses für die Bundeswehr wichtigen Digitalisierungsprojekts realisiert. Daran haben BWI und Bundeswehr gemeinsam mit einem Team von Hardware- und Softwarespezialisten und IT-Projektmanagern gearbeitet. Das neue Informations- und Serviceportal YNSIDE stellt Beiträge bis zur Einstufung „offen“ (also nicht öffentlich) sowohl auf dienstlichen als auch – und das ist neu – auf privaten Smartphones, Tablets oder PCs der Soldatinnen und Soldaten, aktiven Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bundeswehr bereit. Damit die Informationen geschützt werden und nur Berechtigte zugreifen können, wurde ein entsprechender Registrierungs- und Anmeldeprozess bereitgestellt.

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YNSIDE dient zur Bereitstellung von hilfreichen Informationen für Soldatinnen und Soldaten (Foto: Bundeswehr/Jonas Weber)

Für praktische, fachliche und dienstliche Belange wird es neben aktuellen Nachrichten aus der Truppe und Download-Archiven auch FAQs und Infografiken sowie Servicetexte und -inhalte zu praktischen Fragen geben: beispielsweise zur Betreuung, Gesundheitsfürsorge.

Nutzerinnen und Nutzer haben außerdem die Möglichkeit, Beiträge zu kommentieren und so Dialog und Austausch innerhalb der Bundeswehr zu fördern, eigene Wunschthemen einzubringen und die Informationsbereitstellung weiter zu verbessern. Alle Beiträge werden durch den Redaktionsverbund Bundeswehr erstellt und gepflegt. YNSIDE wird die Informationsversorgung in der Bundeswehr verändern und hat den Anteil der Zugangsberechtigten, insbesondere bei Mitarbeitenden der Bundeswehr, die über keine dienstliche IT verfügen, bereits deutlich erhöht: Bereits zwei Wochen nach Veröffentlichung der neuen Plattform haben sich mehr als 5.000 Nutzerinnen und Nutzer mit privater IT registriert und es konnten bereits knapp 350.000 Portalbesuche verzeichnet werden.
Zeitgemäße Technologien für Teilhabe und Datensicherheit

In der Zielausbaustufe ExtranetBw werden weitere Sicherheitsanforderungen an ein eigenständiges und vom Intranet der Bundeswehr getrenntes System umgesetzt und die Vorbereitungen für eine zukünftige Integration auf einer Cloudumgebung geschaffen. Die Möglichkeit der cloudbasierten Bereitstellung von Daten wird derzeit in Zuständigkeit des BAAINBw vorbereitet. Wichtig ist hierbei eine vollständige physische Trennung zwischen der Intranet-Informationsarchitektur und dem ExtranetBw. So soll sichergestellt werden, dass Informationen nicht ungewollt abfließen können und dass es nicht möglich ist, in die Intranetstruktur einzudringen, um beispielsweise Schadsoftware einzuschleusen. Um nutzerspezifische Inhalte zielgerichtet verwenden zu können, wird eine eigene Nutzerverwaltung aufgebaut, die einzelnen Nutzergruppen unterschiedliche Zugriffsrechte innerhalb des ExtranetBw zuweisen kann.

Perspektive: Mehr Anwendungen, größerer Nutzerkreis

Mit der Bereitstellung von YNSIDE haben BAAINBw und BWI ein wichtiges Etappenziel erreicht. Bis 2024 werden sukzessive weitere Anwendungen wie beispielsweise Secure-File-Sharing-Dienste und Social-Media-Komponenten bereitgestellt und der Kreis der Nutzenden auf z. B. Reservistinnen und Reservisten, Familienangehörige oder auch externe Lehrgangsteilnehmende erweitert.

Das ExtranetBw ist somit viel mehr als ein rein technisch angelegtes Projekt: Am Ende geht es darum, möglichst viele Menschen niederschwellig, aber in Einklang mit den Sicherheitserfordernissen in das Netzwerk der Bundeswehr einzubinden und über eine funktionierende organisationsübergreifende Zusammenarbeit den Teamgeist, Zusammenhalt und nicht zuletzt die Attraktivität der Bundeswehr als Arbeitgeber zu stärken.

Technischer Regierungsrat Rüdiger Ortseifen ist zuständig für das IT-Projekt ExtranetBw im BAAINBw. Michael Bernards arbeitet als Projektleiter YNSIDE bei der BWI GmbH.