Print Friendly, PDF & Email

Das US-Außenministerium hat den Verkauf von 35 Kampfflugzeugen des Typs F-35A sowie ein umfangreiches Ausrüstungspaket an Deutschland gebilligt. Wie aus einer Mitteilung der Defense Security Cooperation Agency (DSCA) von gestern hervorgeht, werden die Kosten für den so genannten Foreign Military Sale (FMS) auf 8,4 Milliarden Dollar geschätzt. Nachdem das State Department für die US-Regierung zugestimmt hat, muss das Geschäft noch vom US-Kongress gebilligt werden. Die entsprechende Vorlage sei gestern übermittelt worden. Die F-35-Maschinen sollen bei der Luftwaffe die betagten Tornados in der Rolle der Nuklearen Teilhabe ablösen.

Den Angaben der DSCA zufolge hat die deutsche Regierung neben den 35 Maschinen auch die Lieferung von 37 Triebwerken des Typs Pratt & Whitney F135-PW-100 angefragt, von denen zwei als Reserve vorgesehen seien. Auch sind in dem Paket zahlreiche Flugkörper sowie die für deren Einsatz erforderlichen Test- und Ausbildungsausrüstungen enthalten. Dass die Bundesregierung alle aufgeführten Flugkörper und Leistungen letztendlich auch erwirbt, ist jedoch nicht zwingend erforderlich. In der Regel werden in FMS-Geschäften umfangreiche Pakete als Option zusammengestellt, damit es nicht zu Nachbestellungen kommt, die erneut von US-Regierung und -Kongress genehmigt werden müssen.

Bei den in dem Vertrag enthaltenen Flugkörpern handelt es sich unter anderem um 105 AIM-120C-8 Advanced Medium Range Air-to-Air Missiles (AMRAAM), 75 AGM-158B/B2 Joint Air-to-Surface Standoff Missiles-Extended Range (JASSM-ER), 344 GBU-53 Small Diameter Bombs (SDB-II); 162 BLU-109 2000LB Hardened Penetrator Bombs für GBU-31, 264 MK-82 500LB General Purpose (GP) Bombs für GBU-54, 30 BLU-109 Inert 2000LB Hardened Penetrator Bombs, 180 KMU-557 Joint Direct-Attack Munition (JDAM) Tail Kits für GBU-31, 246 KMU-572 JDAM Tail Kits für GBU-54 und 75 AIM-9X Block II+ Tactical Sidewinder Missiles.

Des Weiteren sind im Ausstattungspaket Simulatoren, Trainingsraketen, Systeme zur elektronischen Kriegführung, dem Logistik-Management, zur Entdeckung von Bedrohungen, Software sowie deren Software-Entwicklung enthalten. Abgedeckt von den 8,4 Milliarden Dollar werden überdies die Verbesserung von Triebwerkskomponenten, sichere Kommunikation, Präzisionsnavigation und kryptografische Systeme und Ausrüstung, IFF-Ausrüstung (Identification Friend or Foe), Ersatz- und Reparaturteile, Verbrauchsmaterial und Zubehör sowie Wartung und Wartungsunterstützung, Personalschulung und Schulungsausrüstung. Ebenfalls enthalten ist die technische Dokumentation.

Die Hauptauftragnehmer für das Geschäft sind laut DSCA Lockheed Martin Aeronautics Company, Pratt & Whitney Military Engines, The Boeing Company, und Raytheon Missiles and Defense. Wie die Behörde schreibt, verlangt der Käufer in der Regel so genannt Offset-Leistungen für ein solches Geschäft. Jede Offset-Vereinbarung werde in Verhandlungen zwischen dem Auftraggeber und dem Auftragnehmer festgelegt, so die DSCA.

Wie JR McDonald, Vice President F-35 Strategy & Business von Lockheed Martin, vor wenigen Wochen auf der Luftfahrtmesse ILA in Berlin erläuterte, ist es der Wunsch der Bundesregierung, die deutsche Industrie an dem F-35-Vorhaben zu beteiligen. Laut McDonald bestehen dabei verschiedene Möglichkeiten. So könnten deutsche Firmen womöglich Teile produzieren oder an der Instandhaltung der F-35 – entweder global oder nur auf lokaler Ebene – beteiligt werden. Auch sei eine indirekte, also nicht an das F-35-Programm gekoppelte Beteiligung hiesiger Unternehmen denkbar, etwa durch die Zusammenarbeit im Bereich Cyber.

Lars Hoffmann