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In allen Bereichen der Gesellschaft, der Industrie und des Staates schreitet die Digitalisierung voran. Damit werden wir immer abhängiger von den zugrunde liegenden IT-Systemen. Nicht nur ihre Funktionsfähigkeit muss konstant gewährleistet sein, auch die verarbeiteten Daten müssen angemessen geschützt werden. Cybersecurity wird damit zum kritischen Erfolgsfaktor für die Digitalisierung in Deutschland.

Risiken aus dem Cyberraum sind kaum überschaubar: Sie kennen keine Landesgrenzen, die Akteure sind zahlreich und die Methoden werden immer raffinierter. Als digitalisierte Form von Spionage, Sabotage und Betrug zielen Cyberattacken in der Regel darauf ab, die Integrität, die Vertraulichkeit und die Verfügbarkeit von Informationen zu kompromittieren.

Organisationen, die sensible oder sicherheitsrelevante Daten verarbeiten, sind besonders gefährdet. Ein breiter Angriff auf staatliche Stellen beispielsweise kann deren Handeln massiv behindern und die Funktionsfähigkeit der öffentlichen Hand bedrohen – mit politischen und gesellschaftlichen Auswirkungen. Denn im Kern ist das gesamte Staatswesen von sicher funktionierender IT abhängig.

Cyberkriminelle sind aktuell sehr aktiv: Die Gefährdungslage ist seit dem Ukrainekrieg deutlich angespannter und staatliche Akteure in Deutschland werden mehr und mehr potenzielle Ziele fähiger Angreifergruppen. Jeden Tag werden Tausende Angriffe auf unsere IT-Systeme verzeichnet. Dazu gehören beispielsweise Spam-Mails mit Schadcode – Angriffe, die die Sicherheitstechnik automatisiert vereitelt. Gezielte Attacken – zum Beispiel Spearphishing-Angriffe, bei denen Opfer ausgewählt und manipuliert werden, um an deren Kennungen zu gelangen – können jedoch gefährlich werden: Der Angreifer muss nur einmal erfolgreich sein, während der Verteidiger konstant wachsam und reaktionsbereit sein muss.

Cybersecurity muss mit Digitalisierung Schritt halten
Auch die Bundeswehr ist potenzielles Ziel von Cyberangriffen, nicht erst seit dem Ukrainekrieg. Bei Führungs- und Informationssystemen, Kommunikationstechnik bis hin zu komplexen Waffensystemen ist eine Nutzung ohne IT-Komponenten kaum noch vorstellbar – das macht sie zu relevanten Zielen für Cyberattacken. Umso wichtiger ist es, die Sicherheit dieser Systeme nachhaltig zu stärken – im Gleichschritt mit der Digitalisierung.

Digitalisierungsvorhaben in Bundeswehr und BWI haben in der Regel ausgeprägte Sicherheitsanteile, die gezielt auf die digitalen Lösungen angepasst werden. Die BWI als Digitalisierungspartner der Bundeswehr hat daher eine breit aufgestellte Sicherheitsorganisation, die in alle Bereiche des Unternehmens und von der Sicherheits-Governance bis hin zu operativen Maßnahmen reicht. Bei der Entwicklung und Implementierung von IT-Lösungen wird Cybersecurity von Anfang an mitgedacht – und an den technologischen Fortschritt angepasst.

Die Basis: moderne Technik, fähige Spezialistinnen und Spezialisten, starke Partner
Wir als BWI nutzen sowohl bewährte als auch neue und innovative Security-Technologien.

Denn auch in diesem Bereich verstehen wir uns als Partner und digitaler Innovationstreiber der Bundeswehr. Ein wichtiger Aspekt für den Erfolg von Cybersecurity ist aber auch eine umfassende Fachexpertise, die wir ständig weiterentwickeln. Dazu gehören bei der BWI ein verlässliches Netzwerk, der fachliche und partnerschaftliche Austausch der Cybersecurity-Fachkräfte mit der Bundeswehr und die Zusammenarbeit mit starken Partnern sowohl in der Industrie wie auch bei staatlichen Stellen.

In vielen Bereichen ist es sinnvoll, auf marktgängige Lösungen zu setzen. Angesichts der steilen Digitalisierungskurve und immer kürzer werdenden Innovationszyklen verfolgen wir aber auch ambitionierte Security-Vorhaben, mit der wir die Organisation weiterentwickeln, neue Sicherheitsparadigmen umsetzen und neue Lösungen etablieren. Ein Beispiel dafür ist der Aufbau eines bundeswehrweiten Schutz- und Überwachungssystems für die Bundeswehr, den die BWI aktuell unterstützt. Es wird die technischen Grundlagen für die Cyber-Verteidigungsfähigkeiten der Bundeswehr ergänzen. Die Expertinnen und Experten der BWI entwickeln dazu die bestehende Sensorik zur Erkennung von Cyberangriffen weiter und verbessern die Darstellung und Analyse von Daten und Systemen. Zum Einsatz kommen dabei moderne Technologien wie Künstliche Intelligenz und Machine Learning zur Detektion von Anomalien.

In den kommenden Jahren erwarten wir einen weiteren deutlichen Digitalisierungsanstieg in Behörden und staatlichen Organisationen wie der Bundeswehr. Damit erhöhen sich auch die Anforderungen an die Cybersecurity. Nur wer die Cyberrisiken im Blick behält, effiziente Detektions- und Abwehrmechanismen einsetzt und diese adäquat weiterentwickelt, kann bei der Digitalisierung erfolgreich sein.

Andreas Ritschel, Cybersecurity Manager BWI GmbH