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Am Mittwoch nach dem Treffen der Ukraine Defense Contact Group in Brüssel hat die Bundesministerin der Verteidigung, Christine Lambrecht, bekanntgegeben, dass Deutschland drei Mehrfachraketenwerfer M270 inklusive mehrerer hundert gelenkter Raketen aus den Beständen der Bundeswehr an die Ukraine liefern wird. Die Ausbildung ukrainischer Soldaten an dem Raketenwerfer, der in der Bundeswehr als Mittleres Artillerie Raketen System (MARS) bezeichnet wird, solle noch im Juni beginnen, so Lambrecht in einem Statement. Ende Juli oder Anfang August sollen dann die Systeme in der Ukraine zum Einsatz kommen, so die Ministerin weiter. Die Reichweite des Systems beträgt rund 80 km. Mit der Lieferung der drei Systeme sei man an die Grenze des Machbaren gegangen, um nicht die Landes- und Bündnisverteidigung durch die Bundeswehr zu gefährden, betonte die Ministerin.

Neben Deutschland werden auch die USA und Großbritannien Mehrfachraketenwerfer an die Ukraine liefern. Die USA gaben bereits am 1. Juni bekannt, dass sie vier M142 High Mobility Artillery Rocket Systems (HIMARS) inklusive Munition abgeben werden. Großbritannien zog am 6. Juni nach und gab an, drei M270-Systeme mit dazugehörigen Raketen zu liefern.

Hintergrund der Lieferung von Mehrfachraketenwerfern ist die veränderte Kriegsführung Russlands in der Ukraine. So hat Russland den Schwerpunkt seiner Invasion in die Donbass-Region verlegt und geht mit massiven und weitreichenden Artillerieschlägen gegen ukrainische Stellungen und auch zivile Ziele vor. Um mit eigener weitreichender Raketenartillerie die russischen Stellungen bekämpfen zu können, hatte die Ukraine um die Lieferung der oben genannten Systeme gebeten. Von diesen wird sie nun insgesamt zehn Stück erhalten.

Redaktion / oh