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Bedarf es erst einer „Zeitenwende“ vom Ausmaß des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine, um die Aufmerksamkeit darauf zu lenken, dass die Einsatzfähigkeit und Schlagkraft von Streitkräften nicht allein von ihrer Ausrüstung und Ausbildung abhängen, sondern auch vom Geist der Truppe? Jedenfalls sind mit Blick auf die ukrainischen Verbände auf einmal Begriff wie Moral, Kampfgeist, Widerstandswille oder Opferbereitschaft in aller Munde. Aus der Not des Überfalls auf das eigene Land geboren, scheint sich die Frage der Legitimation und der Motivation von selbst zu beantworten: Wie selbstverständlich rücken altmodische Werte wie das Vaterland, die Selbstbehauptung der eigenen Lebensform, die Unabhängigkeit und Integrität der eigenen Nation in den Mittelpunkt. In den pazifizierten Gesellschaften des Westens ist diese Haltung nicht – oder nicht mehr – selbstverständlich. Mit dem Ukraine-Schock des 24. Februar scheint sich das zu verändern. Die Frage, wofür es sich lohnt zu kämpfen, steht auf einmal wieder auf der Tagesordnung.

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