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Mit der Panzergrenadierbrigade 37 „Freistaat Sachsen“ stellt Deutschland im Jahr 2023 den Leitverband für die multinationalen Landanteile der NATO Very High Readiness Joint Task Force (VJTF), der so genannten „Speerspitze der NATO“, als Teil der der NATO Response Force (NRF).

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Die VJTF-Nationen der NATO, Grafik: PIZ Heer

Seit der Brigadeübung „Kalter Wettiner“ aus der Übungsserie der „Wettiner-Reihe“ im November 2020 bereitet sich die Panzergrenadierbrigade 37 im Rahmen größerer Truppenübungen intensiv auf den VJTF-Auftrag vor.

2021 war das Jahr der nationalen Vorbereitung und des Trainings der einzelnen Fähigkeiten. Dazu gehört  beispielsweise die nationale Vorbereitung und Zertifizierung der Feldjägerkompanie sowie des gemischten Hubschraubereinsatzverbandes.

Im Jahr 2022 sollen die Grundlagen aus dem Jahr 2021 miteinander verbunden werden. So wurde zum Beispiel im März bei der Gefechtsstandübung „Stolzer Wettiner“ alle VJTF-Truppensteller mit ihren Führungseinrichtungen an den Brigadegefechtsstand angebunden.

Wettiner Schwert

Der deutsche Gefechtsverband, geführt durch das Panzerbataillon 393, hat in diesen Tagen im Rahmen der Übung „Wettiner Schwert“ seine Zertifizierungsübung für den NATO-Einsatz begonnen.

Nach einer Gefechtsübung im scharfen Schuss auf dem Truppenübungsplatz Klietz erfolgte ein Gefechtsmarsch von 80 Kilometern über die Elbe bis in das Gefechtsübungszentrum des Heeres (GÜZ) in der Letzlinger Heide, wo in den kommenden zwei Wochen die Übung fortgesetzt wird.

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Ein Strassenmarsch mit Kampfpanzern Leopard 2a7v bei der Übung „Wettiner Schwert“, Foto: Bundeswehr Marco Dorow

Um die für die eigene Gefechtsführung notwendige Fähigkeit zu trainieren, unabhängig von Brücken-Infrastruktur eigene Gewässerübergänge zu schaffen, stellt das deutsch-britische Pionierbrückenbataillon 130 aus Minden hierbei den Übergang über die Elbe sicher. Der Gefechtsverband mit weit mehr als 300 Fahrzeugen wurde mit amphibischen Fähren, bestehend aus Schwimmschnellbrücken des Typs Amphibie M3, in kleinen Gruppen zwischen zwei bis zu vier Fahrzeugen über die Elbe gesetzt. Nach ungefähr fünf Stunden war die Gewässerüberquerung des Verbandes abgeschlossen. Viele Male pendelten die Fähren der Mindener Pioniere über die Elbe. Der Gefechtsverband soll sich in der folgenden zweiwöchigen Zertifizierungsübung im GÜZ weiter festigen und dabei auch die Kräfte der Medical Task Force des Sanitätsregiments 1 aus Weißenfels integrieren.

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Ein Gewässerübergang mit einem PUMA bei der Übung „Wettiner Schwert“, Foto: Bundeswehr Marco Dorow

Das weitere Übungsjahr 2022

In der weiteren Übungsplanung werden im Mai rund 5000 Übungsteilnehmende an der Übung „Wettiner Heide“ im Raum Bergen teilnehmen, einer großen multinationalen Volltruppenübung.

Im Oktober wird eine Response Cell (Rahmenleitungsgruppe in einer simulationsgestützten Stabsrahmenübung) der Panzergrenadierbrigade 37 in der Rolle als NRF-Brigade an der Zertifizierungsübung Steadfast Jupiter des I. Deutsch-Niederländischen Corps als Land Component Command im Gefechtssimulationszentrum des Heeres in Wildflecken teilnehmen.

Den Abschluss dieses Zertifizierungsjahres wird im November die Übung „Cougar Sword“ im Gefechtssimulationszentrum des  Heeres bilden, mit der der Gefechtsstand der VJTF-Landbrigade für den VJTF-Auftrag zertifiziert werden soll.

Redaktion / wge