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Der deutsche Sensorspezialist Hensoldt will seine Erfahrung im Bereich taktischer Datenlinks, IFF und Sensorfusion in die Entwicklung einer unabhängigen taktischen Datenverbindung der nächsten Generation im Rahmen des europäischen Projekts ‚ESSOR MIDS‘ einbringen. MIDS steht für Multifunctional Information Distribution System und ESSOR für European Secure Software-defined Radio.

Wie das Unternehmen weiter schreibt, ist es im Rahmen des ESSOR-Programms, das von der europäischen Beschaffungsorganisation OCCAR verwaltet wird, an ‚ESSOR MIDS‘ als Unterauftragnehmer beteiligt. ESSOR MIDS habe nun einen Auftrag in Höhe von mehreren Millionen Euro erhalten, um zur Konzeptentwicklung neuer Hardware und Verschlüsselungstechniken beizutragen, die die Grundlage für ein neues Datenverteilungssystem bilden sollen.

Das Projekt ‚ESSOR MIDS‘ soll den Angaben zufolge den Weg für eine langfristige strukturierte Zusammenarbeit zur Entwicklung gemeinsamer Technologien für europäische militärische softwaredefinierte Funksysteme ebnen. Teilnehmer sind Frankreich, Deutschland, Italien und Spanien. Ziel sei die Bereitstellung von Daten- und Sprachkommunikationstechnologien zwischen europäischen Streitkräften bei gemeinsamen Militäroperationen.

Wie Hensoldt weiter ausführt, entwickeln zunächst Frankreich, Deutschland, Italien und Spanien das Fighter Terminal, genannt F-ESSOR MIDS. Parallel dazu werde auch eine komplette Produktlinie für Hubschrauber, Flugkörper und einzelne Soldaten entwickelt. Diese derzeitige Konzeptphase wird laut Hensoldt bis 2025 dauern.

Das Projekt werde von den genannten vier ESSOR-Ländern und der Europäischen Kommission im Rahmen des Europäischen Programms für industrielle Entwicklung im Verteidigungsbereich (EDIDP) unter der Finanzhilfevereinbarung Nr. 044 kofinanziert.

Multi Netting, Mobile ad hoc Networking, niedrige Latenzzeiten und hohe Datenraten seien die Eckpfeiler zukünftiger vernetzter Systeme wie FCAS, wird Hans-Joachim Reijinga, Comms Products Manager bei Hensoldt zitiert. ESSOR MIDS, ein Nachfolger des bestehenden MIDS-Datenlinks, werde europäische Hochleistungs-Datenverbindungsfähigkeiten bieten, einschließlich einer neuen europäischen Verschlüsselung, hochleistungsfähiger Wellenformen mit erweiterten Link-16-Funktionen und einer Intra-Flight-Data-Link-Wellenform (IFDLWF), und gleichzeitig die Interoperabilität innerhalb der NATO und der alliierten Nationen sicherstellen.

Redaktion / lah