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Der US-Luftfahrt- und Rüstungskonzern Boeing will seine Industriepartnerschaften in Deutschland ausbauen, falls sich die Bundeswehr für die Beschaffung von Maschinen des Typs F/A-18 Super Hornet- und EA-18G Growler entscheiden sollte. Eine entsprechende Informationsanfrage (Request for Information/RFI) sei an mehr als zehn deutsche Unternehmen gesendet worden, schreibt Boeing in einer aktuellen Pressemitteilung.

Ziel sei es, weitreichende neue Industriepartnerschaften zur Unterstützung einer potenziellen Flotte von Boeing-Maschinen der Bundeswehr zu schließen. Deutsche Industriepartner würden dann eine wichtige Rolle bei der Bereitstellung von Unterstützungsausrüstung, Logistik und Gesamtwartung, Komponenten, lokalen Instandhaltungsprogrammen, Trainings- und anderen relevanten Reparatur- und Instandsetzungslösungen für Deutschlands Super Hornet- und Growler-Maschinen spielen, schreibt das Unternehmen.

Die Mitteilung erfolgt wenige Tage nachdem in den deutschen Medien berichtet wurde, dass das Bundesverteidigungsministerium womöglich die Beschaffung von F-35-Kampfflugzeugen erneut prüfen könnte. Die letzte Bundesregierung hatte diesen Stealth-Flieger des Boeing-Konkurrenten Lockheed Martin als Ersatz der betagten Tornados in der Rolle als Träger von Nuklearwaffen ausgeschlossen. Zuletzt hatte sich die F-35 bei Beschaffungsvorhaben in der Schweiz und  in Finnland gegen die F/A-18 und die europäische Konkurrenz durchgesetzt. Zum Tragen von US-Nuklearwaffen müsste die Super Hornet im Auftrag der Bundeswehr speziell zertifiziert werden, während die F-35 bereits für diese Rolle vorgesehen ist.

Wie Boeing in seiner Mitteilung weiter schreibt, wird die deutsche Industrie zudem die Möglichkeit erhalten, sich an der Entwicklung der nächsten Generation von Störsendern (Next Generation Jammer/NGJ) für die EA-18G Growler zu beteiligen.

Die Requests of Information seien dabei der erste Schritt auf dem Weg zu einer langfristigen Unterstützung aus Deutschland heraus. „Der Wert über die gesamte Laufzeit der heute angekündigten Industriepartnerschaften liegt bei rund 3,5 Milliarden Euro“, so Boeing weiter. Details zur Berechnung dieser Summe werden nicht genannt.

Die Kombination F/A-18 Super Hornet Block III und EA-18G Growler bietet laut dem Hersteller bewährte Fähigkeiten sowie niedrige Lebenszyklus- und Anschaffungskosten. So spare die Super Hornet als Muster mit den niedrigsten Betriebskosten unter allen taktischen US-Flugzeugen (17.000 Euro pro Flugstunde laut Special Acquisiton Report des U.S. Departments of Defense), kombiniert mit geringen Beschaffungskosten, über ihre gesamte Lebensdauer von mehr als 10.000 Flugstunden mehrere Milliarden Euro gegenüber vergleichbaren Systemen ein.

Redaktion / lh