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Nach kontroversen Äußerungen zur Rolle Russlands und zum Ukraine-Konflikt ist der Inspekteur der Deutschen Marine, Vizeadmiral Kay-Achim Schönbach, gestern von seinem Posten zurückgetreten. Schönbach hatte bei einer Konferenz am Freitag in Indien unter anderem gesagt, dass die Krim verloren sei und nicht wieder zurückkomme. Einen russischen Einmarsch in die Ukraine bezeichnete er als „Nonsens“. Russlands Präsident Wladimir Putin erwarte Respekt auf Augenhöhe, so der Bundeswehr-Offizier. Es sei einfach, ihm diesen Respekt zu gewähren. Russland sei ein wichtiges Land, dass man gegen China als Partner brauche.

„Meine in Indien gemachten unbedachten Äußerungen zu Sicherheits- und Militärpolitik lasten zunehmend auf meinem Amt“, ließ Schönbach gestern zur Begründung seines Rücktritts mitteilen. „Um weiteren Schaden von der Deutschen Marine, der Bundeswehr, vor allem aber der Bundesrepublik Deutschland zu nehmen, halte ich diesen Schritt für geboten.“

Bis zu einer Nachfolgeentscheidung soll der Befehlshaber der Flotte und Stellvertreter des Inspekteurs, Konteradmiral Christian Kaack, die Marine führen.

Die Aussagen von Schönbach wurden in der Ukraine kritisch aufgenommen. Medienberichten zufolge wurde die deutsche Botschafterin in der Ukraine, Anka Feldhusen, noch am Samstag ins Außenministerium zitiert. Der ukrainische Botschafter in Deutschland, Andrij Melnyk, sagte in einem Fernsehinterview, dass die Glaubwürdigkeit der Bundesregierung auf dem Spiel stehe. Er forderte die Opposition und Regierung erneut auf, sein Land mit Defensivwaffen zu unterstützen.

Marine-Inspekteur Schönbach zurückgetreten

lh / Redaktion