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Die Luftwaffe wird im kommenden Jahr vom 5. bis 23. September an der Übung „Pitch Black 2022“ in Australien teilnehmen, wie ein Sprecher der Luftwaffe bestätigte. Die Planungen hierfür umfassen die Entsendung von sechs Eurofightern, vier A400M Transportflugzeugen und drei A330 Tankflugzeugen. Ein vergleichbares Engagement der Luftwaffe im Indopazifik habe es bisher nicht gegeben, sagte der Sprecher.

Mit diesem Vorhaben wird Deutschland im kommenden Jahr erneut Präsenz im indopazifischen Raum zeigen. Gegenwärtig ist dort die Marine das erste Mal seit rund 20 Jahren mit einem Kriegsschiff, der Fregatte Bayern, präsent. Die Grundlage für dieses neue deutsche Engagement in der Region bilden die Leitlinien zum Indo-Pazifik, die die Bundesregierung im September 2020 veröffentlichte.

Die von der Luftwaffe als Hochwertübung eingeschätzte Übung „Pitch Black“ wird laut der Royal Australian Air Force (RAAF) regelmäßig genutzt, um gemeinsam mit Partnern aus der Region, aber auch darüber hinaus zu trainieren.

Mit seinem Engagement in der Region möchte Deutschland primär zwei Ziele verfolgen, wie der Sprecher der Luftwaffe erläuterte. Erstens solle die Geltung völkerrechtlicher Regeln unterstrichen werden. Hier insbesondere das Recht auf freie Navigation, welches sowohl im Seerechtsübereinkommen, als auch völkergewohnheitsrechtlich festgeschrieben ist. Zweitens sollen regionale Partner unterstützt werden. Im konkreten Fall der Übung „Pitch Black 2022“ geht es darum, Fähigkeiten zu verbessen und die Interoperabilität der Teilnehmer zu steigern.

Deutschland zeigt mit der Luftwaffe Präsenz im indopazifischen Raum
Deutschland zeigt mit der Luftwaffe Präsenz im indopazifischen Raum

Ob neben der Teilnahme an der Übung in Australien noch weitere Besuche bei anderen Partnern in der Region absolviert würden, werde derzeit überlegt, so der Sprecher.

Die indopazifische Region hat für die Bundesregierung hohe strategische Wichtigkeit, da hier große Teile des internationalen Handels stattfinden – neun von zehn der nach Umschlag größten Häfen liegen hier – und die Region ein großes wirtschaftliches Wachstumspotenzial aufweist. Zudem sieht die Bundesregierung offensichtlich in dem immer größer werdenden Machtanspruch Chinas ein Sicherheitsrisiko. So stellt die Volksrepublik umstrittene Besitzansprüche im Südchinesischen Meer und droht damit, Taiwan mit Waffengewalt zu erobern.

Ole Henckel