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Am privaten PC dienstliche Mails checken? Für Soldat*innen ist das bislang nicht möglich. Im Krisenfall wie z.B. während der COVID19-Pandemie konnten tausende Soldat*innen im Homeoffice nicht auf ihr gewohntes dienstliches IT-Umfeld zuzugreifen.

Generell ist die Nachfrage nach dienstlicher IT fürs Homeoffice sehr groß. Obwohl viele Dienststellen alles tun, um ihrem Personal mobile IT oder einen Telearbeitsplatz zur Verfügung zu stellen, ist es häufig nicht möglich, sie damit auszustatten. Der Bedarf übersteigt die Anzahl der hierfür verfügbaren Geräte.

Das Innovationsvorhaben Bootstick des Cyber Innovation Hub der Bundeswehr soll diese Lücke schließen und ermöglichen, auch mit privater IT auf das dienstliche IT-Arbeitsumfeld zuzugreifen. Sicherheits- und vorschriftenkonform!

Mit Hilfe des Bootstick kann von privater IT eine gesicherte VPN-Verbindung zu einer dienstlichen Terminalserver- oder Virtual-Desktop-Infrastruktur aufgebaut werden. Hierzu startet der Bootstick auf der privaten IT eine eigene gekapselte Umgebung, also nicht das Betriebssystem der genutzten Hardware. Dabei greift er nicht auf die Festplatte oder andere nicht-flüchtige Speichermedien zu. In der Folge befindet man sich gefühlt auf dem dienstlichen Rechner samt Desktopoberfläche. Diese Architektur nennt man auch virtuelle Desktop-Infrastruktur (VDI). Der private PC wird zu einem Terminal-Client.

Das Innovationsvorhaben Bootstick
Das Innovationsvorhaben Bootstick

Vorteile des Bootsticks:

  • Sicherstellung der Arbeitsfähigkeit der Truppe in Krisenzeiten
  • Sehr schnelle Bereitstellung von einem dienstlichen IT-Umfeld ohne langwierige Beschaffung unterschiedlicher Hardwarekomponenten
  • BSI-zertifiziert bis VS-NfD
  • Ersatz von OpenVPN

Momentan wird der Bootstick auf Testrechnern gemeinsam mit dem Einsatzführungskommando der Bundeswehr getestet.

Josefine Neuschäffer