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Der vorliegende Artikel untersucht, wie der militärische Führungsprozess mit Methoden und Verfahren der Künstlichen Intelligenz (KI) unterstützt und beschleunigt werden kann.

Es handelt sich um eine Fortführung des Artikels „Der Führungsprozess von morgen – Wie Künstliche Intelligenz den Führungsprozess beschleunigen kann“, erschienen in ES&T vom Oktober 2020. Während der vorausgegangene Artikel den Führungsprozess als Ganzes in all seinen Phasen betrachtete, fokussiert dieser Artikel auf der Phase Entscheidungsfindung und zeigt auf, mit welchen Ansätzen zukünftig eine verbesserte Unterstützung des militärischen Entscheidungsträgers erreicht werden kann.

Der Führungsprozess

Ausgangspunkt aller Überlegungen ist dabei der deutsche Führungsprozess der Landstreitkräfte, welcher im Folgenden der besseren Lesbarkeit halber als militärischer Führungsprozess bezeichnet wird. Dieser Artikel bezieht sich ausschließlich auf den deutschen Führungsprozess der Landstreitkräfte.

Künstliche Intelligenz trifft keine Entscheidungen: Wenn von KI die Rede ist, werden oft Begriffe wie „lernen“ oder „entscheiden“ verwendet. Dies kann schnell zu einer Vermenschlichung eines künstlich geschaffenen Systems führen und gleichzeitig die Fähigkeiten solcher Systeme weitaus mächtiger erscheinen lassen, als sie tatsächlich sind.

KI selbst ist bereits eine Vermenschlichung, steht der Begriff doch eigentlich für eine Fachrichtung wissenschaftlicher Forschung aus den Bereichen Mathematik und Informatik.

Künstliche Intelligenz in komplexen Gefechtssituationen
StarCraft ist ein Echtzeit-Strategiespiel, bei dem die Spieler ihre Einheiten mit verschiedenen Fähigkeiten produzieren und steuern müssen (Grafik: Starcraft2)

Die Fähigkeiten einer KI sollen hier in keiner Weise gemindert werden, aber eine KI ist im Prinzip nur eine hochkomplexe mathematische Funktion. Eine KI lernt nicht im Sinne menschlichen Lernens, Variablen dieser Funktion werden angepasst, um ein möglichst optimales Ergebnis zu erreichen. Eine KI trifft auch keine Entscheidungen. Auf Grundlage von Eingangsparametern und der zuvor optimierten mathematischen Funktionen wird das Ergebnis mit der höchsten Wahrscheinlichkeit auf Erfolg berechnet. Eine KI folgt also nur einem zuvor festgelegten mathematischen Regelsatz.

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