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Die Auslieferung von Systemen für die Unterbringung mobiler Einsatzkräfte unabhängig von fester Infrastruktur steht offenbar kurz bevor. Auf ihrer Webseite erläutert die Bundeswehr die Ausstattung für die mobile Unterbringung, mit der die bestehende Lücke zwischen den Möglichkeiten der persönlichen Ausrüstung und der Unterbringung in Großzelten, Containern oder Häusern geschlossen wird. Mit dem neuen System wird die Durchhaltefähigkeit der Kräfte im Einsatz verbessert und die Einsatzfähigkeit gestärkt.

Systeme für die mobile Unterbringung
Kern- und Ergänzungsbaustein Unterkunft bieten angemessene Unterkunft für vier Soldaten, Foto: Kärcher

Im April 2021 hat die Bundeswehr mit dem Hauptauftragnehmer Kärcher Futuretech einen Rahmenvertrag über die Lieferung von bis zu 19.000 modularen Zeltsystemen mit einer Laufzeit von sieben Jahren abgeschlossen. Aus dem 83-Millionen-Euro-Auftrag ist das erste Los mit 3.225 Systemen für 13 Millionen Euro sofort abgerufen worden, damit die Systeme bei der Speerspitze der NATO VJTF 2023 eingesetzt werden können. Soldat und Technik hatte berichtet.

Systeme für die mobile Unterbringung
1-Personenzelt mit Liegeplatz und Stauraum für persönliche Ausrüstung, Foto: Kärcher

Für die „Bewegliche Unterkunft im Einsatz“ werden Ausrüstungssätze für jeweils vier Soldaten in Kernbausteinen (KBS) Unterkunft, Verpflegung und Hygiene/Sanitär sowie einem Baustein Abfallsammlung beschafft. Damit wird eine Einsatzdauer bis ca. 72 Stunden unterstützt. Bei längerer Einsatzdauer kann der Komfortgrad durch Ergänzungsbausteine (EBS) erhöht werden.

Systeme für die mobile Unterbringung
Insgesamt vier Feldliegen gehören zur Ergänzungsausstattung. Foto: Kärcher

Ein Satz des Systems mit allen Teilelementen besteht aus sechs Packstücken mit einem Gesamtgewicht von 57 kg. Für die Zuführung ist ein Fahrzeug erforderlich. Abladen und Transport über kurze Strecken ist ohne weitere Hilfe durch eine Person möglich. Bei Bedarf kann das 1-Personenzelt im Rucksack mitgeführt werden, da es nur drei Kilogramm wiegt.

Systeme für die mobile Unterbringung
Kernbaustein Verpflegung mit Kocher, Thermobehälter und Wasseraufbereiter. Foto: Kärcher

Vier 1-Personenzelte gehören zum System, die einzeln oder gekoppelt mit der ergänzenden vier-Mann-Unterkunft in etwa fünf Minuten aufgebaut sind. Die Zelte sind regen- und winddicht und können bei Bedarf beheizt werden. Zu gemeinsamen Mittelzelt gehören Tisch, Stühle, Liegen und Beleuchtung. Neben dem Kern- und Ergänzungsbaustein Unterkunft gehören ein Kernbaustein Verpflegung mit Kocher, Töpfen und Thermobehälter, ein Kernbaustein Hygiene/Sanitär mit Trockentoilette und Sichtschutz sowie ein Baustein Abfallsammlung, mit dem Abfall von bis zu drei Tagen für 60 Tage zur Abholung gelagert werden kann.

Systeme für die mobile Unterbringung
Systeme für die mobile Unterbringung
Klapptisch und Klapphocker aus dem Ergänzungsbaustein Unterkunft. Foto: Kärcher

So trägt das Unterbringungssystem nicht nur zur Einsatzbereitschaft bei, sondern reduziert weitestgehend die Auswirkung auf die Umwelt.

Die ersten 2.500 Zeltsysteme für die Unterbringung von 10.000 Soldaten sollen 2022 in Einheiten geliefert werden, die für VJTF 2023 vorgesehen sind, wie die Bundeswehr schreibt. Damit stehen sie für die vorbereitende Ausbildung zur Verfügung und können während der Stand-by-Phase genutzt werden.

Systeme für die mobile Unterbringung
Trockentoilette und Sichtschutz ersetzen den „Spatengang“, Kärcher – Futuretech
(Fotograf: Jan Potente)

Die weitere Planung des BAAINBw sieht vor, dass die nicht für die VJTF vorgesehenen Truppenteile anschließend nach der Priorisierung der Teilstreitkräfte ausgestattet werden.

Gerhard Heiming