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Bei einer Testkampagne der U.S. Army in Surinam mussten luftlose Radialreifen unter tropischen Bedingungen ihre Einsatztauglichkeit beweisen.

Für die Tests wurde ein Polaris MRZR, eine militärische Version des beliebten Geländewagens, mit Rädern des Typs Tweel (Tire Wheel) von Michelin ausgerüstet, einer Montageeinheit mit Airless Radialreifen. Tweel wurde 2005 erstmals öffentlich vorgestellt. Die Einheit besteht aus einer Stahlfelge und einer durch Stahlgürtel verstärkten Lauffläche, die über flexible Kunststoffspeichen verbunden sind.  Die Räder sind für Gelände und Straße verfügbar. Hochwiderstandsfähige Polyharzspeichen übertragen Radlasten und Führungskräfte und übernehmen die Federung. Dem Vorteil hoher Widerstandsfähigkeit gegen Beschädigung (z.B. durch Anprall, Stiche oder Beschuss) und dem dadurch möglichen Verzicht auf einen Ersatzreifen stehen hoher Rollwiderstand und schlechte Hitzeabfuhr gegenüber.

Im Rahmen der Tests von neuer Ausrüstung beim Yuma Proving Ground führt das Tropic Regions Test Center (TRTC) realistische Tests in einer Vielzahl von tropischen Gebieten durch.  Nach Angaben der U.S. Army finden zahlreiche Konflikte in tropischen Gebieten statt. Bei den Tests wird auch eruiert, ob der schlammige, mit Biomasse beladene Dschungelboden die Integrität der Räder und Reifen eines Kampffahrzeugs zerstört. Erkenntnisse dazu können in einer Umweltkammer nur schwerlich gewonnen werden.

Im Dschungel von Surinam und auf den alten Bergbau- und Holzfällerstraßen musste der Tweel den MRZR sicher über verschiedene Böden, durch verschiedene Mikroklimata und Geländemerkmale tragen. Hinzu kam sandige Savanne mit kleinen Büschen. Um Beschussschäden zu simulieren, wurden die Reifen angebohrt.

Luftlose Radialreifen im Tropentest

Die Ergebnisse aus der tropischen Erprobung gehen in die Gesamtbewertung zur Eignung der Tweel-Räder ein, zu der neben taktischen auch logistische Merkmale gehören.

Gerhard Heiming