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Im Rahmen eines Technologie-Pilotprogramms der Europäischen Agentur für die Grenz- und Küstenwache Frontex soll für die Seeüberwachung im Mittelmeer das elektro-optische Infrarot-System (EOIR) ARGOS-II HD von Hensoldt auf zwei Fesselballons von CNIM Air Space eingesetzt werden, wie Hensoldt mitgeteilt hat.

ARGOS-II HD ist eine Sensorsuite, integriert in einen ca. 50 kg schweren Turm von 498 mm Höhe und 449 mm Durchmesser. Neben hochauflösenden Kameras im Tag- und Nachtlicht- sowie im Infrarotspektrum sind ein Laser-Entfernungsmesser und optional Laser-Beleuchter/-pointer integriert. Die Sensoren sind in zwei Achsen stabilisiert und können in der Elevation von +20° bis -120° geschwenkt und im Azimut um n*360 ° gedreht werden. Einen Teil der Bilddatenverarbeitung kann ARGOS durchführen, um den Datenstrom zu verringern, für den die üblichen Schnittstellen bereitgestellt sind.

In zwei CNIM-Fesselballons sollen die ARGOS-II HD in mehreren 100 Metern Höhe über griechischen Inseln in der Ägäis in Position gebracht werden. Mit einer Reichweite von 40 km können damit laut Hersteller große und kleine Schiffe aufgespürt und Aktivitäten mit hoher Klarheit und Detailgenauigkeit überwacht werden. Im Betrieb rund um die Uhr, auch bei schlechtem Wetter zeichnet die Wärmebildkamera mit stufenlosem Zoom Bilder auf und überträgt Video und Daten in Echtzeit an Basisstationen am Boden.

Frontex will Hensoldt-Sensor auf Fesselballon einsetzen

Das ARGOS-II HD-System ist für den Einsatz auf Starrflüglern, Hubschraubern, unbemannten Luftfahrzeugen und Aerostaten ausgelegt. Es wird in großem Umfang beim Grenzschutz, bei Such- und Rettungseinsätzen, bei Seepatrouillen, bei der Strafverfolgung und beim Schutz von Vermögenswerten eingesetzt. Bei der deutschen Bundespolizei kommt es bei der Bekämpfung von Schmuggel, illegalem Handel und Grenzsicherungsmaßnahmen zum Einsatz.

Gerhard Heiming