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In einem wahren Parforceritt genehmigte der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages in der letzten regulären Sitzungswoche der 19. Legislaturperiode nicht weniger als 27 vom Verteidigungsministerium beantragte und vom Finanzministerium gebilligte 25-Millionen-Euro-Vorlagen im Umfang von insgesamt fast 20 Milliarden Euro. Insbesondere die Deutsche Marine hatte anschließend Grund zur Freude.

Ein erster Beleg für neues Denken im Beschaffungswesen ist der Kauf von fünf Seefernaufklärern Boeing P-8A Poseidon, die auch für die luftgestützte U-Boot-Jagd geeignet sind, als Ersatz für die acht zunehmend maroden Lockheed P-3C Orion-Maschinen (Erstflug: 1959!), auf deren weiteren kostspieligen Erhalt das Verteidigungsministerium verzichtet hat. Denn die Beschaffung der fünf Poseidon-Maschinen für ca. 1,4 Milliarden Euro als Interimslösung bis zur Einführung des Maritime Airborne Warfare System (MAWS), das Deutschland und Frankreich gemeinsam entwickeln wollen, erfolgt im Rahmen des Foreign Military Sales-Programms der US-Regierung. Der Kauf der marktverfügbaren Flugzeuge „von der Stange“ bedeutet, dass sie der Marine schon ab 2025 zur Verfügung stehen werden. Das Basismodell für dieses Flugzeug ist die Boeing 737-800, einer der in der zivilen Luftfahrt am meisten geflogenen Passagierjets, dessen Wartung damit keine besondere Herausforderung darstellt.

Endspurt bei der Beschaffung
Die Marine erhält neben fünf Boeing P-8A Poseidon für ca. 1,4 Milliarden Euro zwei U-Boote der Klasse U212CD für ca. 2,8 Milliarden Euro; darüber hinaus wurden die Mittel zum Bau von drei neuen Flottendienstbooten freigegeben (Foto: U.S.Navy)

Auch die seit Jahren geplante maritime Rüstungskooperation mit Norwegen kann nun endlich realisiert werden. Der Haushaltsausschuss gab Mittel im Umfang von ca. 2,8 Milliarden Euro für die Herstellung und Lieferung von zwei U-Booten der Klasse U212CD (Common Design) frei, das gemeinsam mit Norwegen entwickelt wird. Norwegen erwirbt vier dieser hochmodernen U-Boote. Zum deutsch-norwegischen Kooperationspaket gehört die Beschaffung norwegischer Lenkflugkörper vom Typ Naval Strike Missile (NSM) Block 1A für deutsche Fregatten, Finanzbedarf: ca. 512 Millionen Euro.

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