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Airbus Helicopters will den Präzisionslenkflugkörper Spike ER2 des israelischen Herstellers Rafael in den Mehrzweckhubschrauber H145M integrieren. Medienberichten zufolge haben bereits erste Flugtests der Waffe mit einem neuen, leichteren Vierfachwerfer stattgefunden. Wie ein Airbus-Sprecher bestätigte, wurden bei der aerodynamischen Prüfung unter anderem der Luftwiderstand des eingebauten Systems bestimmt und das Vibrationsverhalten geprüft. Die volldigitale Steuerung des Werfers ermöglichte eine Einbindung der Spike ER2 in die H145M-Architektur.

Um die H145M für Kampfaufgaben zu befähigen, hat Airbus die Waffenplattform H-Force entwickelt. Zusammen mit Feuerleitelementen können damit modular verschiedene Maschinenwaffen sowie ungelenkte und gelenkte Raketen integriert werden. In der höchsten Ausbaustufe sind mit H-Force laut Aussage von Airbus alle verfügbaren Waffen einsetzbar.

Kampfversion der H145M soll Spike ER2 verschießen  
Im Bild: Der Vierfachlauncher für die Spike ER2 (Foto: Rafael)

Der jetzt zu integrierende Flugkörper Spike ER2 wiegt rund 35 kg und ist für Zielentfernungen bis zehn Kilometer ausgelegt. Mit neuen Datenlinks – wie sie unter anderem bei der Übung Timber Express demonstriert wurden (ESuT berichtete) und Technik berichtete – soll die Kampfentfernung auf bis zu 16 km erhöht werden können. Der neue Suchkopf kann laut Hersteller zwischen Taglicht- und Infrarot-Modus umgeschaltet werden.

Kampfversion der H145M soll Spike ER2 verschießen  

Für H-Force mit Spike ER2 gibt es offenbar bereits einen Kunden, den Airbus allerdings nicht nennen will. Bevor das System ausgeliefert werden kann, ist die Demonstration aller Fähigkeiten bis zum scharfen Schuss im Flug erforderlich. Das ist laut Airbus für die nahe Zukunft geplant, sobald ein Platz für die Kunden-Testflüge ausgewählt ist. Nach Angabe des Sprechers stehen die Termine dafür auch noch nicht fest.

Gerhard Heiming