Print Friendly, PDF & Email

Am 29. September 2020 hat das Bundesministerium der Verteidigung das Vergabeverfahren für den schweren Transporthubschrauber aufgehoben, weil das Vorhaben unter den bestehenden Forderungen innerhalb des vorgesehenen Finanzrahmens nicht realisiert werden kann. Bis zum Ende des Jahres soll festgelegt werden, wie der Bedarf dennoch gedeckt werden könnte. Eine Lösung ohne größere Eingriffe in wesentliche Parameter des bisherigen Vorhabens ist kaum vorstellbar.

Bedarf

Das Vorhaben „Schwerer Transporthubschrauber (STH)“ soll die derzeit mit der CH-53G-Flotte erbrachten Fähigkeiten auch unter zukünftigen Bedingungen erhalten und es darüber hinaus ermöglichen, Fähigkeiten zur Unterstützung von Spezialkräften zu erweitern und Fähigkeiten zur Bewaffneten Rückführung (Combat Search and Rescue, CSAR) aufzubauen.

Der Katalog an qualitativen Forderungen, die der neue Hubschrauber erfüllen soll, ist umfangreich und sehr komplex. Die Kernforderungen hinsichtlich Zuladung (10 Tonnen als Innen oder Außenlast), Reichweite (125 nautische Meilen mit einer Innenlast von 8 Tonnen sowie die Option zur Luftbetankung) und Geschwindigkeit (Mindestreisegeschwindigkeit von 120 Knoten True Airspeed bei Maximum Take Off Weight und International Standard Atmosphere Bedingungen) können nur von einem Hubschrauber erfüllt werden, der größer und leistungsfähiger ist als die heutigen Varianten desr CH-53G. Dazu kommen weitere Forderungen, die unter anderem die Zulassung, die Interoperabilität mit anderen Waffensystemen der Bundeswehr, die logistische Betreuung sowie die Weiterentwicklung des Systems nach den Vorstellungen der Bundeswehr ermöglichen sollen.

Sicherheitslandung – Das Vorhaben „Schwerer Transporthubschrauber“ in der Krise
Eine Sikorsky CH-53GS bei der Übung Resolute Support (Foto: Bundeswehr)

Die quantitativen Forderungen richten sich auf eine an bestimmten Szenarien festgemachte Flottenleistung, was eine Einschränkung des Wettbewerbs durch Vorgabe einer konkret zu beschaffenden Stückzahl vermeiden soll. Laut Rüstungsbericht vom Juni 2019 erfordert gesicherte Abdeckung aller Fähigkeiten den Kauf von 45 bis 60 Hubschraubern.

Print Friendly, PDF & Email