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Italien erhält zwei neue weitere U-Boote des Typs 212A. Ein entsprechender Vertrag wurde jetzt zwischen der Organisation für gemeinsame Rüstungszusammenarbeit OCCAR und der italienischen Werft Fincatieri geschlossen.

Bereits am 23. Dezember 2020 traf Thyssenkrupp Marine Systems mit dem in Triest ansässigen Unternehmen Ficantieri eine Übereinkunft für den Lizenz-Bau zweier U-Boote der Klasse U212A für die italienische Marine. Zwischen 2006 und 2017 hat Fincantieri bereits vier Boote der Klasse U212A mit Unterstützung von Thyssenkrupp Marine Systems an die Marina Militare geliefert. Nun kommen zwei U-Booten der neuen Generation hinzu.

Vereinbart ist, dass Fincantieri die Boote als Generalunternehmer in Italien baut, sie in Betrieb nimmt und über die OCCAR an die Marina Militare abliefert. Als Option ist der lizensierte Bau von zwei weiteren Booten vereinbart worden. Die jetzt bestellten U212NFS (Near Future Submarine) sind eine Weiterentwicklung der U212A, die seit 2004 in der Deutschen Marine eingesetzt werden. Ficantieri beziffert den Auftragswert für die ersten beiden Schiffe einschließlich logistischer Unterstützung auf 1,35 Milliarden Euro. Als Auslieferungsdaten wurden 2027 und 2029 genannt.

Thyssenkrupp Marine Systems wird im Rahmen seiner Liefer- und Leistungsverpflichtungen neben den Designleistungen bestimmte Komponenten in Kiel fertigen. Das sind die Bugsektionen, die Brennstoffzellenanlagen sowie verschiedene Kleinkomponenten. Drittlieferanteile bestellt Fincantieri selbst. Das Führungs- und Waffeneinsatzsystem wird von Leonardo geliefert. Der Vertragsabschluss in Höhe von 150 Millionen Euro wurde ebenfalls am 26. Februar bekannt gegeben.

Fincantieri und TKMS setzen Kooperation fort: zwei weitere U-Boote für die Marina Militare
Fincantieri und TKMS setzen Kooperation fort: zwei weitere U-Boote für die Marina Militare

Fincantieri verzeichnete im letzten Jahr einen Umsatzverlust von elf Prozent. So sind die Initiativen von Fincantieri zur Konsolidierung ihrer Geschäfte auf dem Verteidigungssektor sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene nicht zufällig. Fincantieri setzt auf europäische Partnerschaften im Marineschiffbau. Damit fährt das Unternehmen Erfolge ein. Sie baut zwei neue Fregatten für die italienische Marine (FREMM aus dem französisch-italienischen Gemeinschaftsprojekt), eine European Patrol Corvette, die dem Joint Venture Naviris (mit Naval Group) übertragen wurde. Weiter erhielt Fincantieri den Zuschlag für eine Fregatte (FFG(X) von der US Navy für die Tochter Marinette Marine. Jüngst kam noch der Auftrag zum Bau eines Landungsschiffes für die chilenische Marine an die Tochter Vard hinzu. Mit Rubin Design Bureau, einem der drei bedeutenden russischen U-Boot-Entwicklungszentren, legte Fincantieri den Entwurf eines konventionellen U-Bootes mit außenluftunabhängigem Antrieb, S 1000, vor. Mitte 2020 wurden Gespräche zwischen Thyssenkrupp Marine Systems und Fincantieri über einen möglichen Zusammenschluss verzeichnet. Dagegen ist der Versuch zur Übernahme der französischen Chantiers de l’Atlantique gescheitert.

Hans Uwe Mergener