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Die Schweiz sondiert, wer einen Auftrag zur Lieferung eines neuen Kampfflugzeuge und eines bodenhestützten Luftverteidigungsssystem größerer Reichweite übernehmen kann. Eine Delegation des  Eidgenössischen Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport unter der Leitung von Rüstungschef Martin Sonderegger besucht seit dem 5. Januar Behörden und Industrieunternehmen in Paris, Berlin und Washington, die sich am Schweizer Programm Air2030 beteiligen. Zunächst besuchte die Delegation am 5. Januar 2021 in Paris. Weitere Besuche sind am 21. Januar in Berlin sowie vom 25. bis 28. Januar in Washington vorgesehen.

Neues Kampfflugzeug für die Schweiz

2014 scheiterte in der Schweiz die Beschaffung des Kampfflugzeugs von Saab Gripen am Nein eines Bürger-Votums. Nun haben die Schweizer in einer weiteren Abstimmung für ein neues Kampfflugzeug gestimmt, aber nicht für einen konkreten Typ. Für das neue Kampffugzeug will die Schweizer Regierung rund sechs Milliarden Franken bereitstellen. Mindestens 30 neue Kampfflugzeuge sollen beschafft werden.

Zu dem Programm Air 2030 gehört auch die Erneuerung der bodengestützten Luftverteidigung, für die zwei Milliarden Franken veranschlagt sind. Das ist das bisher größte und umfassendste Beschaffungsprogramm für die Schweizer Streitkräfte.

Airbus und die Bundesrepublik Deutschland haben am 18. November 2020 ein offizielles Angebot für das Kampfflugzeug des Typs Eurofighter Tranche 4 in der Schweiz eingereicht. Frankreich und der Hersteller Dassault bewerben sich mit der Rafale. Aus den USA gibt es gleich zwei Angebote mit der Boeing F/A-18 Super Hornet und Lockheed-Martin F-35A.

Air 2030: Schweizer Delegation besucht mögliche Herstellerländer
Air 2030: Schweizer Delegation besucht mögliche Herstellerländer

Am 18. November 2020 sind zudem die Angebote, die die in Frage kommenden Herstellerfirmen für die neuen Systeme der bodengestützten Luftverteidigung größerer Reichweite an an die Schweiz  gerichtet haben, bei der armasuisse eingetroffen. Aus Frankreich bewirbt sich das Eurosam-Konsortium mit dem System Aster 30 SAMP/T. Aus den USA ging Raytheon mit Patriot ins Rennen.

Arbeiten an den Evaluationsberichten

Parallel zu den aktuellen Gesprächen laufen die Arbeiten an den Evaluationsberichten für das neue Kampfflugzeug und die bodengestützten Luftverteidigung größerer Reichweite. Die Evaluationsberichte sollen im 1. Quartal 2021 abgeschlossen werden. Die Entscheidung für einen bestimmten Typ durch den Bundesrat ist für beide Systeme im 2. Quartal 2021 vorgesehen.

Andrè Forkert