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Die Schweiz hat für ihre Armeen neue Funkgeräte bestellt. Die Regierung in Bern hat ein Digitalisierungsprogramm aufgelegt. Im Rahmen dieses Programms wurde jetzt ein Vertrag über die Lieferung einer taktischen mobilen Software Defined Radio-Netzwerklösung geschlossen. Der Wert des Vertrags beträgt 276 Millionen Euro. Die Lieferung der Funkgeräte erfolgt über einen Zeitraum von sechs Jahren.

Nach Deutschland, Schweden, Spanien und den Niederlanden ist die Schweiz der fünfte Staat, der diese Funkgeräte für seine Streitkräfte einführt.

Neue Funkgeräte für die Schweizer Armee
Das E-LynX SDR von Elbit Systems, Foto: Elbit Systems

Im Rahmen des Projekts Telekommunikation der Armee (TK A) wird ein Teil der veralteten Funkgeräte und damit verbundenes Zubehör ersetzt. Dieser Ersatz soll jedoch nicht System für System, unter Beibehaltung der vielen Schnittstellen zu Nachbarsystemen, erfolgen. Vielmehr sollen die zu ersetzenden Systeme in ein Gesamtkonzept integriert werden und damit als Teile einer Informations- und Kommunikationstechnologie-Plattform funktionieren. Dieses Vorgehen ermöglicht den durchgängigen Datenaustausch und stellt die erforderlichen Datenbandbreiten zur Verfügung. Die Armee beabsichtigt deshalb, die derzeit vielfältige Systemlandschaft in mehreren Beschaffungsschritten in eine einheitliche Telekommunikationsplattform zu überführen. Der „Ersatz von Komponenten der mobilen Kommunikation“ (Ersa mob Komm) ist das zweite Projekt der TK A und wurde mit dem Rüstungsprogramm 2020 genehmigt.

Die zu liefernde digitale Mobilfunklösung basiert auf der E-LynX Familie von SDR mit offener Architektur und ermöglicht eine schnelle und sichere Kommunikation in der gesamten Schweizer Armee. Die armeeweite E-LynX-Mobilfunklösung, die der Schweizer Armee im Rahmen dieses Vertrages zur Verfügung gestellt wird, umfasst fortschrittliche Wellenformen und beinhaltet die SmarTMR-Routing-Lösung für die Integration unterschiedlicher (veraltete, non-IP, IP, usw.) Netzwerke sowie Fahrzeug-Intercom.

Neue Funkgeräte für die Schweizer Armee
Neue Funkgeräte für die Schweizer Armee

Die auch PNR-1000 genannten Funkgeräte sind speziell für die Unterstützung abgesessener Soldaten in jedem Gelände konzipiert. Die IP-Funkgeräte bieten Ad-hoc-Vernetzungsfunktionen (MANet) einschließlich automatischer Multi-Hop-Dienste für Sprache und Daten, die das Situationsbewusstsein und die operative Effektivität unter rauen Feldbedingungen erheblich verbessern. Das E-LynX PNR-1000 arbeitet im UHF-Band mit kontinuierlicher Frequenzabdeckung zwischen 225-512 MHz auf einer sehr effizienten Bandbreite von 200 KHz und unterstützt dabei gleichzeitig Sprache, Daten und blue force tracking (BFT).

Ein hochentwickeltes Protokoll für den Medienzugriff und die Methodik der gleichzeitigen Übertragung mit einer einzigartigen Selbstsynchronisierungstechnik ermöglicht es jedem Funkgerät im Netzwerk, sich automatisch und schnell mit jedem anderen Funkgerät zu synchronisieren, das im selben Netzwerk betrieben wird, ohne dass eine externe Synchronisationsquelle (z. B. GPS-Signal oder Masterstation) verwendet werden muss.

Gerhard Heiming