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Eigentlich war der Weg vorgezeichnet: Der jetzige Kampfhubschrauber Tiger wird durch ein Nachfolgemodell mit der Bezeichnung Tiger Mk III ersetzt. Mk III ist der Ansatz eines Mid-Life-Upgrades und sollte den Tiger für die nächsten Jahrzehnte und für das Gefechtsfeld von morgen einsatzfähig machen.

Der Schwerpunkt dieses Upgrades liegt auf der Erneuerung und Erweiterung der Avionik- und Waffensysteme. Mit diesen Verbesserungen wird der Tiger besser aufklären, effektiver kämpfen und permanent im digitalen Gefechtsfeld eingebunden sein. Der Tiger Mk III wird mit seinen Fähigkeiten denen seiner Konkurrenten überlegen sein, so der Hersteller Airbus.

Doch bei genauerem Hinsehen ist vieles nicht klar oder derzeit planbar. Bisher ist keine Budgetierung für die kommenden Schritte eingestellt und die Verfügbarkeit der aktuellen Flotte ist nach wie vor nicht zufriedenstellend. Hier geht es vor allem um die Technik, deren Anfälligkeit, die aufwendige Wartung und die geringen Verfügbarkeiten.

Der aktuelle Tiger

Beim Kampfhubschrauber Tiger handelt es sich um ein internationales Vorhaben, Mk III ist ein PESCO-Projekt (Permanent Structured Cooperation). Diese Vorhaben sollen Leuchtturmprojekte einer größeren Zusammenarbeit der Europäischen Union sein und können daher über den European Defence Fund mitfinanziert werden. Insgesamt wurden vom Tiger 185 Systeme bestellt, die insgesamt ausgeliefert sind. Dabei erhielt Frankreich 71, davon 31 in der Konfiguration HAD (Hélicoptère d’Appui et Destruction; Unterstützungs- und Jagdhubschrauber) und 40 HAP (Hélicoptère d’Appui et Protection; Unterstützungs- und Begleithubschrauber), Deutschland 68, Spanien 24 (davon 18 als HAD und 6 als HAP) sowie Australien 22 in der Variante Armed Reconnaissance Helicopter (ARH). Australien hat schon vor längerer Zeit die Entscheidung gefällt, den Tiger in absehbarer Zeit zu ersetzen.

Die Zukunft des Kampfhubschraubers in der Bundeswehr
Tiger im Einsatz in Afghanistan (Foto: Bundeswehr)

Deutschland verfügt über 51 Maschinen. Aufgrund des Alters und auch durch Flug-
unfälle wurden ausgelieferte Maschinen bereits wieder ausgemustert. Zwölf Maschinen wurden bislang auf den Ausrüstungstand ASGARD-F (Afghanistan Stabilization German Army Rapid Deployment-Full) verbessert. Mittlerweile wurde entschieden, dass die gesamte Flotte auf den Rüstzustand ASGARD angehoben wird. Demnach sind noch 39 umzurüsten.

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