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Das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) kann einen Rahmenvertrag zur Beschaffung von 127 mm Übungsmunition für die Fregatten F125 abschließen, nachdem der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages am 4. November 2020 dafür grünes Licht gegeben hat.

Der Rahmenvertrag soll voraussichtlich ab sofort bis Ende 2027 laufen und die Beschaffung von 13.000 Geschosse und Treibladungen ermöglichen. Im ersten Abruf sollen für etwa 33 Millionen Euro rund 7.000 Übungsgeschosse, Treibladungen und Referenzmunition in Auftrag gegeben werden.

Die Fregatten F125 der „Baden-Württemberg“-Klasse sind mit einem 127/64 Lightweight Schnellfeuer-Schiffsgeschütz von Leonardo ausgestattet. Mit dem Geschütz wird Spreng-, Leicht- und Übungsmunition mit 127 mm Kaliber mit einer Kadenz bis 40 Schuss/Minute verschossen. Die Schussweite reicht bis 30 km. Bis zu 56 Schuss können in vier Magazinen im Geschütz bereitgehalten werden.

Das Geschütz ist für die reichweitengesteigerte (bis 100 km) Vulcano-Munition vorbereitet, die mit Endphasenlenkung gegen Punktziele eingesetzt werden kann. Durch eine Kombination von Satelliten gestützter Navigation mit Laser- oder Infrarotsensoren für den Endanflug wird eine hohe Treffgenauigkeit gegen stationäre und bewegte Ziele erreicht.  Die Munition wurde von Leonardo und Diehl Defence entwickelt und ist serienreif.

127 mm Übungsmunition für die Fregatte F125

Die Übungsmunition wird neben der Ausbildung auch für die Inbetriebnahme und Kalibrierung der Waffenanlage nach Wartung oder Instandsetzung sowie im Einsatz zur Abschreckung (Show of Force) wie zum Beispiel beim klassischen Schuss vor den Bug als niedrige Eskalationsstufe genutzt.

Übungsmunition verhält sich im Handling und in der Ballistik wie Gefechtsmunition. Statt Spreng- und Wirkungsmitteln ist das Geschoss explosivstofffrei mit Ballaststoffen gefüllt. Die zweiteilige 127 mm Übungsmunition setzt sich aus Übungsgeschoss und Treibladung zusammen.

Gerhard Heiming