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Der Führungsprozess der deutschen Landstreitkräfte (im Weiteren: Führungsprozess) ist ein zielorientierter und systematischer Denk- und Handlungsablauf, der auf allen Führungsebenen ständig abläuft.

Wer im komplexen und dynamischen Einsatzumfeld und bei rasch wechselnden Lagen zeitgerecht zweckmäßige Entscheidungen treffen kann, ist in der Lage, den Operationsverlauf im eigenen Sinne zu begünstigen und zwingt den Gegner in die Reaktion.

Der Beschleunigung des eigenen Führungsprozesses wird daher seit jeher eine hohe Bedeutung beigemessen.

Ein Zukunftsszenario

Der Führungsprozess von morgen – Wie Künstliche Intelligenz den Führungsprozess beschleunigen kann
Führungsprozess der deutschen Landstreitkräfte (Grafik: AHEntwg)

Wir schreiben das Jahr 2040. Das Gefechtsfeld der Zukunft ist geprägt durch eine Vielzahl moderner Technologien. Cyberangriffe sind an der Tagesordnung und der Einsatz unbemannter Plattformen ist Routine. Viele der Systeme agieren im Rahmen ihres Auftrags hochautomatisiert, präzise und vor allem schnell. Die Geschwindigkeit und Dynamik der Operationen hat deutlich zugenommen. Dies zeigt sich insbesondere in erheblich verkürzten Entscheidungszyklen.

Künstliche Intelligenz im militärischen Umfeld

Die Künstliche Intelligenz ist ein wissenschaftliches Fachgebiet, bei dem ausschließlich Methoden und Verfahren der Mathematik und Informatik zum Einsatz kommen. Sie ist daher eher mit einem sehr fortschrittlichen Taschenrechner als mit tatsächlicher menschlicher Intelligenz vergleichbar.

Dennoch können KI-Systeme bereits heute Erstaunliches leisten und es ist zu erwarten, dass die Komplexität der zu bewältigenden Aufgaben in den nächsten Jahren weiter zunehmen wird. Im Zusammenspiel mit der Weiterentwicklung und Miniaturisierung von integrierten Schaltkreisen, Sensoren, Motoren und Energieversorgungssystemen werden sich KI-Systeme in zahlreichen Bereichen des täglichen Lebens etablieren. Gleichermaßen bieten KI-Systeme erhebliches Potenzial zum Einsatz im militärischen Umfeld.

Das Spektrum reicht von Unterstützungssystemen auf unterster taktischer Ebene bis hin zu Entscheidungsunterstützungssystemen auf höchster strategischer Führungsebene. Durch den Einsatz von KI-Systemen können Aufgaben hochautomatisiert, präzisiert und beschleunigt werden. Vorrangiges Ziel des militärischen Einsatzes von KI-Verfahren ist es daher, die Prozesse auf dem Gefechtsfeld zu beschleunigen und den stetig wachsenden Datenbestand zu beherrschen. Letztendlich helfen KI-Verfahren aber auch, Ressourcen zu sparen, Kollateralschäden zu vermeiden und das Risiko für das eingesetzte Personal zu reduzieren. Als Beispiele für die Anwendung von KI-Systemen seien die Bilddatenanalyse im Bereich der Aufklärung, die Prozessoptimierung im Bereich der Logistik, die Erkennung von Angriffsmustern im Bereich der Cyberabwehr, die Steuerung unbemannter Systeme im Schwarm und die Entscheidungsunterstützung im Führungsprozess zur Operationsplanung und -führung genannt.

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