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Die russischen Streitkräfte bekommen ein neues Amphibienfahrzeug. Auf dem ARMY 2020 Forum wurde das erste russische allradgetriebene amphibische „Gleit“-Fahrzeug präsentiert. Sergej Tereschenkow, der Chefkonstrukteur der in St. Petersburg ansässigen Baltic Machine-Building Company (BMK), die das Fahrzeug herstellt, sagte dem offiziellen Fernsehsender des russischen Verteidigungsministeriums, TV Swesda, ein Prototyp des Amphibienfahrzeugs Drozd werde derzeit getestet.

Das Leergewicht des Amphibienfahrzeugs wird mit zwei Tonnen angegeben. Seine leichte Struktur wird Berichten zufolge durch die Verwendung von Verbundwerkstoffen, insbesondere Kohlefaser, erreicht, die zur Herstellung eines tragenden Rumpfes aus Verbundwerkstoffen verwendet wird. Zusätzlich kann Drozd eine Nutzlast von 1,5 Tonnen tragen.

Die Vorderräder des Wagens lassen sich in eine horizontale Position zurückziehen, um die Seetüchtigkeit unter Bedingungen bis zu Seegang 3 (Wellenhöhe von 1,25 Metern) zu erhöhen. Der Konstrukteur bezeichnet den Drozd als „praktisch unsinkbar“.

Die Amphibie soll eine Höchstgeschwindigkeit von 70 km/h auf dem Wasser und 100 km/h an Land erreichen, wobei die Leistung ihres 260 PS starken Dieselmotors über ein Dreigang-Automatikgetriebe erreicht wird. Drozd ist geländegängig und kann auf öffentlichen Straßen, im Gelände und in Gewässern wie Flüssen, Seen und Meeren eingesetzt werden. Seine Reichweite an Land wird mit 800 km angegeben, auf dem Wasser ist sie auf 300 km reduziert.

Das Patrouillen- und Aufklärungs-Amphibienfahrzeug Drozd kann nach Angaben der Konstrukteure sowohl für militärische als auch für zivile Zwecke eingesetzt werden. In einem Interview mit russischen Medien erwähnte Sergej Tereschenkow, dass Drozd aufgrund seines modularen Aufbaus für den Einsatz bei Spezialkräften, Marine, Landstreitkräften und Küstentruppen angepasst werden könnte. Seine Aufgaben könnten Aufklärungs- und Spezialoperationen, logistische Unterstützung und medizinische Hilfsmaßnahmen umfassen. Der Konstrukteur wies auch auf seine Nützlichkeit für die Pioniertruppen hin, die ihn beispielsweise für die Einrichtung von Pontonbrücken verwenden könnten. Zu den möglichen zivilen Betreibern gehören Rettungs- und Feuerwehrdienste sowie Strafverfolgungsbehörden.

Der Chefkonstrukteur stellte klar, dass mit dem Amphibienfahrzeug „der Rückstand Russlands auf dem Gebiet der schnell gleitenden Amphibien“ beseitigt werden soll.

Yury Laskin