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In einem fast 22-stündigen Flug wurde jüngst die vierte Global Hawk RQ-4D vom Luftwaffenstützpunkt Edwards (Kalifornien) nach Sigonella (Sizilien) überführt. In Sigonella baut die NATO das Bodenüberwachungssystem AGS (Alliance Ground Surveillance) auf. Jetzt fehlt noch die fünfte Global Hawk, die noch in diesem Jahr in Sigonella eintreffen soll. Dann ist das Luftsegment des AGS komplett.

Nach dem Überführungsflug wurde das Fluggerät von der NAGSMA (NATO AGS Management Agency) übernommen. Sobald die italienischen Behörden die Maschine zugelassen haben, wird die Global Hawk an die Truppe übergeben.

Vierte Global Hawk für NATO AGS
Foto: NATO

Neben dem Luftsegment gehören ein Boden- und ein Unterstützungssegment zum AGS. Das von Airbus Defence and Space hergestellten Bodensegment besteht aus mobilen und verlegbaren Bodenstationen, aus denen die Fluggeräte gesteuert werden und in denen die Aufklärungsdaten ankommen. Sie sind mit HX2-Lastzügen von Rheinmetall beweglich gemacht. In den Bodenstationen können die Daten verarbeitet und ausgewertet werden. Die Bodenstationen sind über Datenlinks mit hoher Bandbreite untereinander und mit NATO Führungsstellen (z.B. Allied Command Operations und Allied Air Command) verbunden. In Sigonella ist das Unterstützungssegment stationiert, aus dem die Missionen mit Dienstleistungen eingesetzt werden können.

Die Übergabe der ersten (von sechs) mobilen Bodenstationen (Mobile General Ground Station, MGGS) erfolgte im März 2020. Damit sind die Voraussetzungen für eine Anfangsbefähigung gegeben. Die volle Einsatzbereitschaft des Systems soll 2025 erreicht werden.

Vierte Global Hawk für NATO AGS
Vierte Global Hawk für NATO AGS

Die Global Hawk gehört zur Klasse der HALE-UAV für große Flughöhe (über 18 km) und lange Einsatzdauer (High Altitude, Long Endurance). Das Fluggerät wiegt 14,6 Tonnen (maximales Abfluggewicht) und erreicht mit einem Rolls Royce Turbofan-Triebwerk eine maximale Geschwindigkeit von 575 km/h. Für Nutzlast stehen 1,4 Tonnen zur Verfügung. Wichtigste Nutzlast-Elemente sind der Bodenüberwachungs-Radarsensor (Multi-Platform Radar Technology Insertion Programme, MP-RTIP) sowie eine umfangreiche Reihe Langstrecken- und Breitband-Datenverbindungen.

Gerhard Heiming