Print Friendly, PDF & Email

Um den Schutz der Einsatzkräfte zu erhöhen und deren Wirksamkeit zu verbessern, kommen immer häufiger unbemannte Kampfsysteme zum Einsatz. Milrem Robotics hat jetzt in einem Webinar – anstelle der Vorstellung bei der ausgefallenen Eurosatory – unter dem Namen Typ-X ein unbemanntes Schützenpanzersystem vorgestellt.

Milrem Robotics entwickelt eine ferngesteuerte modulare Plattform, mit der unterschiedliche Missionsausstattungen zum Einsatz gebracht werden können. Die Plattform bietet einen Hybridantrieb, der in Kombination von Batterie, Treibstofftank, Elektro- und Dieselmotor einen wahlweise nahezu lautlosen Fahrbetrieb ermöglicht. Dazu trägt auch die Gummikette bei. Die Reichweite wird mit ca. 600 km angegeben.

Konzept für unbemannten Schützenpanzer
Grafische Darstellung des Konzepts Typ-X (Graphik: Milrem Robotics)

In der Ausführung als Infanteriekampffahrzeug erhält der Typ-X einen unbemannten Turm mit einer Kanone im Kaliber zwischen 30 mm und 50 mm. Das Gefechtsgewicht wird mit 12 Tonnen angegeben. Das Fahrzeug ist nur 2,20 m hoch, 2,90 m breit und 6,00 m lang. Daraus resultiert eine hohe taktische (im Gelände) und strategische (z.B. in der Luft) Mobilität. Die niedrige Silhouette in Verbindung mit der geringen Wärmesignatur erschwert die Aufklärung durch feindliche Kräfte.

Das Konzept sieht Missionsmodule für Fliegerabwehr, Mörser, Panzerabwehr, Radarträger, Bergung und Transport vor sowie die Ergänzung von Sensoren oder anderen Komponenten nach Bedarf.

Konzept für unbemannten Schützenpanzer
Modularer Aufbau erlaubt die Anpassung an zahlreiche Rollen (Graphik: Milrem Robotics)

Der Typ-X ist unter Berücksichtigung der Instandsetzbarkeit von Grund auf neu konstruiert. Vor Ort auswechselbare Baugruppen (Line Replaceable Unit, LRU) ermöglichen schnelle Reparatur unter Einsatzbedingungen. Neben einer Halbierung der Beschaffungskosten sollen auch die Kosten für den Unterhalt sehr gering sein.

Konzept für unbemannten Schützenpanzer

Milrem Robotics hat den Typ-X mit weitgehender Unterstützung der Streitkräfte eines Landes entwickelt, behält aber die Rechte an der Entwicklung. Bisher existiert der Typ-X nur als Paperware. Die Komponenten sind ausgewählt. Noch in diesem Jahr soll ein funktionsfähiger Prototyp gebaut werden, mit dem die Firmenerprobung durchgeführt werden soll. Milrem Robotics erwartet, dass nach etwa drei Jahren ein verkaufsfähiges Produkt präsentiert werden kann.

Dann könnte der Typ-X als größerer Bruder dem unbemannten Bodenfahrzeug THeMIS folgen, der derzeit in Mali erste Gefechtserfahrungen sammelt.

 

Gerhard Heiming