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Die Bundeswehr sucht nach einem Nachfolger für die in die Jahre gekommene Flotte von Transporthubschraubern des Typs CH-53. Der Wettbewerb zur Beschaffung des neuen Schweren Transporthubschraubers (STH) wird auch über die künftigen Fähigkeiten der Bundeswehr entscheiden.

Das neue Jahr hat mit einer wichtigen Entwicklung im STH-Wettbewerb begonnen. Am 13. Januar 2020 gaben die beiden Wettbewerber Sikorsky (jetzt Teil der Lockheed Martin Corporation) und Boeing ihre Erstangebote beim Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) in Koblenz ab. Sikorsky geht mit der CH-53K King Stallion ins Rennen und wird dabei von deutschen Technologieunternehmen wie Rheinmetall und MTU Aero Engines unterstützt. Boeing wirbt mit verschiedenen Industriepartnern für die CH-47F Chinook. Die Bundeswehr will Anfang 2021 eine Entscheidung über die Nachfolge fällen.

Schwerer Transporthubschrauber im Anflug - Eine Entscheidung über die zukünftigen Fähigkeiten der Bundeswehr
Die Fertigungsstraße für die CH-53K in Stratford, USA (Foto: Lockheed Martin/Sikorsky)

Tragweite für die Bundeswehr

Der Wettbewerb ist für die Bundeswehr von großer Tragweite: So geht es um die Fragen, ob die Bundeswehr den gestiegenen Ansprüchen an Bündnis- und Landesverteidigung gerecht werden kann und welche Rolle sie zukünftig in internationalen Konflikten spielen wird. Der neue STH soll die veralteten mittleren Transporthubschrauber der Modelle CH-53G/GS/GA/GE der Luftwaffe ersetzen. Von den insgesamt 69 CH-53 (3 CH-53G, 40 GA, 20 GS sowie 6 GE) ist momentan nicht einmal ein Drittel einsatzbereit. Das liegt auch am Alter der Maschinen. Bereits 1972 wurde das erste Waffensystem CH-53G an die Bundeswehr übergeben. Eine Modernisierung ist daher dringend geboten. Die vor Kurzem abgegebenen, mehrere Tausend Seiten zählenden Angebote sind sogenannte indikative Angebote. Auf Basis dieser Unterlagen sowie den Bedürfnissen der Bundeswehr wird das BAAINBw gemeinsam mit den Anbietern die Voraussetzungen für ein verbindliches Angebot erarbeiten. Die Gespräche hierzu sollen noch im Frühjahr 2020 beginnen. Mit einer Vergabeentscheidung ist nach jetzigem Stand Anfang 2021 zu rechnen. Die Angebote sehen eine erste Lieferung drei Jahre nach Vertragsunterschrift vor, die ersten Maschinen könnten folglich Anfang 2024 geliefert werden.

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