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Laut einer Mitteilung des Staatssekretärs im britischen Verteidigungsministerium, Sir Stephen Lovegrove, an den Vorsitzenden des Ausschusses für öffentliche Finanzen (im House of Commons) vom 20. Januar, soll die erste Type 31-Fregatte der Royal Navy erst am 1. Mai 2027 in Dienst gestellt werden können. Somit drei Jahre später als ursprünglich geplant.

Angesichts der hohen Kosten sah die Strategic Defence and Security Review 2015 (SDSR 15) eine Reduzierung der Beschaffung der Type 26-Fregatten, die den dreidimensionalen Seekrieg abbilden soll, von dreizehn auf acht vor. Gleichzeitig sollte über eine Studie die Beschaffung von leichteren Mehrzweckfregatten (das untere und mittlere Bedrohungsspektrum abdeckend) eruiert werden. Dies mündete in der Beschaffung von fünf Type 31-Fregatten.

Den Zuschlag (unter den drei letzten Bewerbern befand sich auch tkMS/Atlas Elektronik) erhielt ein von Babcock International geführtes Konsortium (ESuT berichtete), das im November 2019 den Vertrag für die fünf Type 31-Fregatten mit einem Auftragsvolumen in Höhe von 1,25 Milliarden GBP (1,5 Milliarden Euro) unterzeichnete. Die Gesamtkosten werden in britischen Medien mit 2 Milliarden GBP (knapp 2,4 Milliarden Euro) beziffert, da Leistungen des Verteidigungsministeriums einzurechnen sind, u.a. Kosten für die integrierte logistische Unterstützung, Erstausbildung, Materialbeistellungen durch die Royal Navy (u.a. ist die Rede  von dem Luftabwehrsystem Sea Captor die Rede, was die Kannibalisierung noch in Dienst stehender Einheiten (Fregatte Type 23) bedeuten würde) sowie Erprobungsleistungen. Der vereinbarte Zeitrahmen sieht den ersten Stahlschnitt 2021 und das erste Schiff im Wasser im Jahre 2023 vor. Auslieferung der fünf Fregatten zwischen 2024 und 2028.

Experten beobachten die Entwicklung dahingehend mit Sorge, da im Zusammenhang mit anderen Modernisierungsprogrammen und vor dem Hintergrund der ab 2023 vorgesehenen Außerdienststellungsrate der Type 23-Fregatten (ein Schiff pro Jahr) nach jetzigem Stand zwischen 2023 und 2028 die Zahl verfügbarer/einsatzbereiter Begleitschiffe die magische 19 unterschritten sein wird – wie sie in der SDSR 15 postuliert wurde.

Babcock und BMT entwickelten das Projekt ‚Arrowhead 140‘ für die Type 31-Fregatte der Royal Navy auf der Basis der dänischen Iver Huitfeldt-Klasse. Thales liefert das Führungs- und Waffeneinsatzsystem. Man erhofft sich Exportchancen (Indonesien, Irland, Neuseeland, Polen werden beworben; Hoffnungen liegen auch im FFG(X)-Programm der US Navy).

In Rosyth investiert Babcock in den Ausbau der Fertigungsstätten 50 Millionen GBP (ca. 60 Millionen Euro) (die im Budget der Fregatten Type 31 eingerechnet sein sollen).

Anmerkung. Es besteht eine Diskrepanz im Ansatz der Verspätung. Vielerorts wird die Verzögerung mit vier Jahren beziffert. Ausgehend von der Vereinbarung ‚2023 erstes Schiff im Wasser‘ ergibt sich unter Berücksichtigung, dass ‚im Wasser’ nicht automatisch Übernahme durch die Marine bedeutet und unter Anrechnung eines Zeitraumes von ca. 12 Monaten für Erprobung und Abnahme, auf eine Verspätung von drei Jahren. Allerdings sah die britische ‚National Shipbuilding Strategy: The Future of Naval Shipbuilding in the UK’ aus dem Jahre 2017 vor: erstes Schiff in Dienst 2023 – die restlichen würden in 12-monatigen Intervallen folgen. Was vier Jahre erklärt – wenn man so rechnen will. Damals sah die Regierung keine Mengenbegrenzung vor.

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