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Während sich andere noch zieren, schafft Paris Fakten. Wie einschlägige französische Medien unter Berufung auf die französische Marine berichten, ist die Fregatte „Forbin“ auf dem Weg ins Seegebiet Arabisches Meer/Persischer Golf. Sie soll an der europäischen Initiative für die Sicherheit des Seeverkehrs am Arabischen Golf teilnehmen – European-led Maritime Awareness in der Straße von Hormus (EMASOH).

Belgien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Griechenland, Italien, die Niederlande und Portugal unterstützen die bzw. beteiligen sich an dieser Mission. Belgien, Dänemark, die Niederlande, Frankreich materiell bzw. personell (ESuT berichtete). Geführt wird vom französischen Marinestützpunkt in Abu Dhabi.

„Forbin“ ist eine von zwei Fregatten der Horizon-Klasse. Diese 153 Meter langen, sieben Tausend Tonnen verdrängenden Einheiten sind für die Luftverteidigung optimiert. Sie verfügen über ein SMART-L-Radar, dessen Reichweite mit mehr als 400 Kilometern angegeben wird sowie über andere Sensoren und Effektoren Elektronischer Kampfführung. Bewaffnung: 48 Aster Boden-Luft-Raketen (32 Aster 30, 16 Aster 15), 8 Exocet MM40-Schiffsabwehrraketen, zwei 76-mm-Geschütztürme, drei 20-mm-Kanonen und Torpedorohre (MU90). Ein Hubschrauber – NH 90.

EMASOH umfasst im Augenblick die französische Fregatte „Courbet“ der La Fayette-Klasse, die im November 2019 Toulon zur Routineaufgabe Patrouille im Indischen Ozean/Arabischen Meer verlassen hatte. Mit ihr begann am 20. Januar die Operation. Die Niederlande haben die Fregatte „HNLMS De Ruyter“ entsendet, sie machte sich am 28. Januar auf den Weg. Dänemark kündigte an, ab September die Nachfolge des niederländischen Schiffes zu übernehmen.

Damit feilt Präsident Emmanuel Macron nicht nur weiter an seiner europäischen Interventionsinitiative. Sondern demonstriert seinen Willen, in Sachen Verteidigung und Sicherheit der EU eine Vorreiterrolle zu übernehmen. Schließlich ist es als Coup von Paris zu werten, die Niederlande und Dänemark für eine aktive Beteiligung in EMASOH zu gewinnen. Zwei Länder, die in Verteidigungsfragen traditionell eher als ‚NATO-minded‘ gelten und zurückhaltend sind, sollte sich die Union zu eigenständig, also von NATO und den USA zu unabhängig präsentieren. Dies gilt umso mehr als sich Dänemark nicht an der Ausarbeitung und Durchführung von Beschlüssen und Maßnahmen der Union, die verteidigungspolitische Bezüge haben, beteiligt, auch an der Ständigen Strukturierten Zusammenarbeit (PESCO) nicht teilnimmt. Dänemark ist nach Tonnage der Welt fünftgrößte Schifffahrtsnation. Von daher liegt es wohl im Selbstverständnis Kopenhagens, sich an einer Operation, die sich der Einhaltung des Seerechtsübereinkommens, also freiem Handel und freien Handelswegen verschreibt, beteiligen. Zumal EMASOH deeskalierend und brückenbildend wirken soll – und nicht konfrontativ ist, bzw. einer Politik des maximalen Drucks folgt.

In Paris wird es als enttäuschend empfunden, dass Deutschland als wichtigste Exportnation der EU  seine Beteiligung von der Mandatierung durch (entweder die UN oder) die EU abhängig macht. Berlin unterstützt EMASOH politisch.