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Die Nachricht verbreitet sich am späten Montagabend in Windeseile: Der Auftrag für das Mehrzweckkampfschiff (MKS) 180 soll an die Damen-Gruppe (Sitz Gorinchem, Niederlande) gehen. Der verbliebene deutsche Mitbewerber in der internationalen Ausschreibung, German Naval Yards Kiel, die mit thyssenkrupp Marine Systems als Unterauftragnehmer angetreten war, hat das Nachsehen.

Die Information geht zurück auf eine Unterrichtung des Parlamentarischen Staatssekretärs Peter Tauber an den Bundestag, die der dpa vorliegt. In dem Text wird neben der Entscheidung auch zum Ausdruck gebracht, dass die von der Vergabestelle vorgenommene Entscheidung vorbehaltlich sei – im Hinblick auf eine mögliche Rüge oder eines Nachprüfungsverfahrens. (Sportliche) Absicht des BMVg sei nun, im Frühjahr die parlamentarische Befassung in Form einer 25 Millionen-Euro-Vorlage zu ermöglichen.

In einem Interview mit der Schwesterzeitschrift European Security and Defence, Ausgabe 4/2019, schilderte Richard Keulen von Damen Schelde Naval Shipbuildung die beabsichtigte Vorgehensweise wie folgt: „Mit Blohm & Voss, im Besitz von Lürssen, haben wir einen starken Partner mit vielen Lieferanten in Deutschland, mit dem wir dieses Programm als deutsches Programm realisieren können. Unsere Teilnahme ist eigentlich recht begrenzt. Wir führen nicht nur den gesamten Bau auf dem Gelände von Blohm & Voss durch, sondern beziehen auch unsere deutschen Partner in die Konstruktion, Beschaffung usw. ein. Wir werden dieses Projekt gemeinsam und in echter Zusammenarbeit durchführen. Das ist sehr wichtig! Das Projekt ist so deutsch wie möglich, da wir voll und ganz verstehen, dass die umfangreichen Mittel, die Deutschland für die Realisierung dieses Projekts für die Deutsche Marine zur Verfügung stellt, auch den deutschen Marinecluster stärken sollten.

Die beiden im Vergabeverfahren für das MKS 180 verbliebenen Bieter wurden am 12. April 2019 zur Abgabe eines Best and Final Offer eingeladen mit Frist bis zu 18. Juli 2019 (14.00 Uhr). Mehr dazu wie auch zum Schiff: s. ESuT zur Abgabe des ‚Best and Final Offer.

Das Vorhabenfür vier Mehrzweckkampfschiffe 180 sind im Bundeshaushalt insgesamt 5,270 Milliarden Euro berücksichtigt ist eines der größten Beschaffungsvorhaben der Bundeswehr.

Hans Uwe Mergener

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