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Das Vorhaben „Vordringliches Marine-Unmanned Aircraft System“ (VorMUAS) geht in die entscheidende Phase. VorMUAS ist der vorgezogene Teil des Vorhabens „Aufklärung und Identifizierung im maritimen Einsatzgebiet“ (AImEG) mit dem Auftrag, die Korvetten K130 (1. Los) der Deutschen Marine mit Drohnen zur Erweiterung des Aufklärungsradius auszurüsten.

Mit VorMUAS wird zunächst ein unbemanntes Luftfahrzeugsystem UMS Skeldar V-200 bereitgestellt. Es besteht aus zwei unbemannten, zugelassenen Luftfahrzeugen mit Sensoren, die Integration des Systems auf der Korvette „Braunschweig“, ein Ersatzteilpaket sowie die Ausbildung des Bedien- und Wartungspersonals.

Tag der offenen Tür der Bundesregierung 2019 (Foto: Bundeswehr)

Die Einführung des Sea Falcon, so wurde das System getauft, wird eng durch die Deutsche Marine begleitet. Für die Marine sind die Herausforderungen aus der Anpassung eines marktverfügbaren Produktes an die Anforderung der Bundeswehr zu meistern.

Mit der Beschaffung des ersten maritimen taktischen unbemannten Drehflügler-Luftfahrzeugsystems zur bildgebenden Aufklärung wurde mit der Schließung der Fähigkeitslücke der K 130-Flottille begonnen. Technisch anspruchsvoll gestaltet sich dabei die Integration des Sea Falcon in die Korvette „Braunschweig“. Das System muss auf deren Schiffsdeck bei bis 20 kn Wind und Sea State 3 automatisch starten und landen, mindestens fünf Stunden Flugzeit aufweisen und ausschließlich den Kraftstoff Kerosin (F-44) nutzen. Zusätzlich sind Umbauten am Boot in den Bereichen der Operationszentrale, des Hangars und des Landedecks für den Betrieb und die Wartung erforderlich. Abschließend muss das System im Rahmen der Luftfahrtzulassung eine Prüfung auf Nichtverlassen des vorgesehenen Einsatzgebiets bestehen.

Zu sehen war der Sea Falcon bereits auf dem Tag der offenen Tür der Bundesregierung 2019 im Verteidigungsministerium in Berlin. Die positive Resonanz vom künftigen Nutzer sowie von vielen Besuchern bestätigen alle am Vorhaben Beteiligten auf dem eingeschlagenen Weg.

Skeldar V-200 an Bord (Foto: UMS)

Projektstand

Das VorMUAS wird derzeit realisiert. Die vorbereitende Einrüstung der K 130 ist weitgehend abgeschlossen, das System ist produziert und der Abnahmeprozess beginnt in Kürze. Der Zulassungsprozess beim Luftfahrtamt der Bundeswehr läuft. Weitere Projektelemente wie die Ausbildung und die logistische Einführung setzen festgelegte, zum Gesamtvorhaben harmonisierte Planungen um.

Eine neue Fähigkeit zu rüsten, ist erfahrungsgemäß mit besonderen Herausforderungen verbunden. Insbesondere führen die technische Anpassung des unbemannten Systems an die Anforderungen der Bundeswehr und die Verfügbarkeit der Korvette „Braunschweig“ für die Integration sowie Tests und Abnahmen zu einem Verzug gegenüber dem ursprünglichen Zeitansatz. Der Abschluss des Vorhabens ist für das zweite Halbjahr 2020 vorgesehen.

Von zentraler technischer Bedeutung ist hierbei die automatische Start- und Landefähigkeit. Die geforderte Technologie hierfür ist eine funkgesteuerte Positionierung des Sea Falcon über dem Landedeck. Sie ist zwar marktverfügbar, konnte aber beispielsweise bei der Präzisionslandefähigkeit bei hohem Wellengang noch nicht abschließend getestet werden.

Bisher wurde gezeigt, dass die Fähigkeit zur bildgebenden Aufklärung mittels unbemanntem Drehflügler-Luftfahrzeugsystem für die Korvetten K 130 machbar und technisch beherrschbar ist.

Autor: Oberregierungsrat Martin Krükel ist Referent im BAAINBw, Referat L5.2, Taktische UAS.