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Die U.S. Army hat die Modernisierung der Bergepanzer M88 gestartet. Für rund 290 Millionen Euro wurde BAE Systems beauftragt, bis 2022 acht Protoypen, des dann als M88A3 bezeichneten Bergepanzers zu liefern. Da die eingeführten Bergepanzer mit dem wachsenden Gewicht der gepanzerten Fahrzeuge (M1A2 SEPv2 Abrams: 74 Tonnen, SEPv3: 79 Tonnen) immer öfter Probleme bekommen, muss die Leistungsfähigkeit des Bergepanzers angehoben werden. Neben der Leistungssteigerung sind das Erhöhen der Überlebensfähigkeit der Besatzung und der Zuverlässigkeit des Fahrzeugs Ziele der Modernisierung.

Im Zentrum der Modernisierung und Leistungssteigerung steht das Triebwerk, dessen Leistung auf knapp 1.000 kW anwächst. Der Caterpillar-Dieselmotor stellt seine Leistung über ein modifiziertes Abrams-Getriebe bereit. Damit kann der Panzer 56 km/h schnell fahren bei einer Reichweite von 400 km. Über den charakteristischen A-Mast kann der M88A3 bis zu 36 Tonnen heben. Für das Abschleppen sind 72 Tonnen Anhängelast zugelassen. Mit diesem Leistungswerten ist der M88A3 in der Lage, die schwersten Gefechtsfahrzeuge allein zu bergen.

Mit der Leistungszunahme wuchs auch das Gewicht auf 78 Tonnen. Das machte eine siebte Laufrolle für das Gleiskettenlaufwerk notwendig, das zudem mit hydropneumatischer Federung und einer verbesserten Gleiskette ausgestattet wurde. Der besser verteilte Bodendruck stabilisiert das Fahrzeug bei Bergeoperationen. Dies kann zusätzlich durch Blockieren der Federung unterstützt werden.

Die äußeren Abmessungen haben sich nicht verändert. In der geräumigen Kabine ist für eine dreiköpfige Besatzung (Fahrer, Kommandant, Bergesoldat) ausgelegt und für die Aufnahme von bis zu vier Soldaten von dem geborgenen Fahrzeug. Der Schutz der Kabine gegen Beschuss und Blast wurde erneut verbessert.

Der Bergepanzer M88 wurde in den sechziger Jahren entwickelt und in großen Stückzahlen weltweit eingeführt. eingeführt. Die Bundeswehr hat den 125 M88A1 unter der Bezeichnung Bergepanzer 1 ab 1962 genutzt und in den 1990er Jahren ausgemustert und zum Teil verkauft. Die U.S. Army hat den Panzer in den 1990er Jahren zur Version M88A2 leistungsgesteigert und nutzt derzeit ca. 600 dieser Bergepanzer (U.S. Marine Corps: 69).

Der Bergepanzer M88A3 reicht auch mit der Modernisierung an die Leistungsfähigkeit anderer Bergepanzertypen in der NATO nicht heran. Der A-Mast ist eine besondere Schwäche, denn dieser erfordert bei Drehungen die Bewegungen des gesamten Fahrgestells. Diese ist insbesondere im Gelände nur schwer zu beherrschen.

Einen ersten Prototypen des M88A3 hatte BAE Systems vor einem Jahr bei der AUSA 2018 öffentlich vorgestellt.

Die acht Prototypen sollen nach ihrer Auslieferung Einsatztests unterzogen werden. Danach wird eine Entscheidung zur Umrüstung der Flotte erwartet.

Gerhard Heiming