Print Friendly, PDF & Email

Neubesetzungen bei Airbus Defence and Space

(Foto: Airbus)

Mit Wirkung zum 1. Oktober 2019 hat Airbus Defence and Space Julian Whitehead zum Executive Vice-President Global Business and Strategic Programmes ernannt. Aktuell ist er als Executive Vice-President Finance für die Division tätig und in dieser Funktion Mitglied des Executive Committee von Airbus Defence and Space. Ebenfalls zum 1. Oktober 2019 wird Xavier Tardy, derzeit Head of Business Strategy bei Airbus, seine Nachfolge antreten. In seiner künftigen Funktion als Executive Vice-President Finance der Division wird Xavier Tardy dem Executive Committee von Airbus Defence and Space angehören.

Wilhelm Bocklet

Horst Binnig beendet Karriere

(Foto: Rheinmetall)

Nach 20 erfolgreichen Jahren in der Automotive-Sparte und im Vorstand des Rheinmetall-Konzerns hat Horst Binnig (60) den Aufsichtsrat des Unternehmens gebeten, aus persönlichen Gründen von seinen Aufgaben als Vorstandsvorsitzender der Rheinmetall Automotive AG und als Mitglied im Vorstand der Konzernholding Rheinmetall AG entbunden zu werden. Im Anschluss an die Umsetzung einer Nachfolgeregelung mit einem gleitenden Übergang der Führungsverantwortung wird er seine Verantwortungen innerhalb der Gruppe bis zum Jahresende 2019 abgeben und in den Ruhestand wechseln.

Wilhelm Bocklet

Traeger bleibt Vorstandsvorsitzender

(Foto: JENOPTIK)

Dr. Stefan Traeger wird den Jenoptik-Konzern im Anschluss an seine bis Juni 2020 laufende Bestellung für weitere fünf Jahre als Vorstandsvorsitzender leiten. Er wurde vom Aufsichtsrat der Jenoptik AG in seinem Amt bestätigt. Dr. Stefan Traeger (links im Bild) und Finanzvorstand Hans-Dieter Schumacher (rechts) gestalten seit 2017 gemeinsam die strategische Neuausrichtung und Fokussierung des Unternehmens unter dem Motto „More Light“. Das Management prüft einen möglichen Verkauf sämtlicher Geschäftsanteile der Division VINCORION, die das mechatronische Geschäft des Konzerns betreibt. Die Mittel aus einem möglichen Verkauf von VINCORION sollen dazu dienen, die internationale Aufstellung und die Wertschöpfungstiefe des Jenoptik-Konzerns, insbesondere in den strategischen Wachstumsregionen Amerika und Asien, auszubauen.

Wilhelm Bocklet

Drei neue Rheinmetall-Gesellschaften für Radfahrzeuge

Wie bereits gemeldet, hat Rheinmetall den Anteil taktische Radfahrzeuge durch Übernahme der entsprechenden Anteile aus dem Joint Venture Rheinmetall MAN Military Vehicles herausgelöst. Dadurch sind drei neue Gesellschaften entstanden: Rheinmetall Military Vehicles GmbH (RMV), die in Kassel und Flensburg das Geschäft mit taktischen Radfahrzeugen betreibt, Rheinmetall MAN Military Vehicles (RMMV) mit Entwicklung und Produktion logistischer Fahrzeuge in München und Wien sowie Rheinmetall Defence Nederland B.V. (RDNL), die sich vor allem der Produktion von taktischen Radfahrzeugen
widmet. Die neuen Gesellschaften sind Teil der Division Vehicle Systems, zu der noch die Rheinmetall Landsysteme GmbH gehört, die militärische Kettenfahrzeuge entwickelt und herstellt.

Gerhard Heiming

Neue Markenarchitektur bei Rolls-Royce Power Systems

Mit der Strategie PS 2030 des Geschäftsbereichs Power Systems wird Rolls-Royce zur Unternehmens- und Arbeitgebermarke. Folglich erhalten die Unternehmen des Geschäftsbereichs, die MTU im Namen tragen, eine neue Bezeichnung. MTU, als die bei den Kunden bekannte Marke, bezeichnet weiterhin die Produkte und Lösungen. Sichtbar wird der neue Markenauftritt mit dem Start des neuen Internetauftritts der Marke MTU im Herbst dieses Jahres. Zudem erhalten die Mitarbeiter E-Mail-Adressen mit der Domainendung @rolls-royce.com.

Gerhard Heiming

Bundeswehr nutzt Liegenschaften wieder selbst

Die angesichts geänderter sicherheitspolitischer Rahmenbedingungen wieder wachsende Bundeswehr benötigt mehr Platz. Daher wurde der eingeleitete Prozess zur Abgabe von Liegenschaften teilweise gestoppt. Nach fast zweieinhalb Jahrzehnten des Schrumpfens wurde mit den Trendwenden Personal, Material und Finanzen ein Aufwuchs an Personal und Material eingeleitet, für die neuer Bedarf an Infrastruktur entsteht. Anfang des Jahres war bereits der Erhalt von acht Munitions- und Materiallagereinrichtungen verfügt worden. Jetzt wurden weitere zwölf Liegenschaften in Alt Duvenstedt, Bückeburg, Diepholz, Idar-Oberstein, Kaufbeuren, Kerpen, Köln, Lüneburg, Münster, Strausberg und Trollenhagen benannt, die in Zukunft wieder von der Bundeswehr genutzt werden sollen. Eine weitere Information zur Infrastruktur hat das BMVg nach Abschluss der laufenden Untersuchungen angekündigt.

Gerhard Heiming

Arbeitszeiterfassung

Mit Wirksamwerden der Soldatenarbeitszeitverordnung (SAZV) vor drei Jahren wurde
die korrekte Erfassung der Arbeitszeiten kompliziert. Soft- und Hardware zur Erfassung und Kontrolle der regulären Arbeitszeit von primion an 150 Standorten in Europa (davon 103 in Deutschland) entlastet Soldaten und Vorgesetzte von der Kleinarbeit. In die minutengenaue Erfassung und Dokumentation sind die Regeln der SAZV (z.B. zu Mehrarbeit, Überstunden oder Gleitzeit) sowie Ausnahmen u.a. bei Einsätzen integriert. Bei Überschreiten von Grenzen wie wöchentliche Arbeitszeit oder Ruhezeiten erhält ein zuvor definierter Personenkreis automatisch eine entsprechende Benachrichtigung per E-Mail. Die Soldaten erfassen ihre Arbeitszeit entweder an Zeiterfassungsterminals mittels codierter Ausweise, dem elektronischen Dienst- und Truppenausweis oder direkt am Arbeitsplatz am PC.

Gerhard Heiming

10. Intelligence Workshop von Plath

(Foto: Plath)

Der Intelligence Workshop, der auch in diesem Jahr traditionell die EW Europe in Stockholm
eröffnete, verzeichnete zu seinem 10. Jubiläum mit über 500 teilnehmenden Experten aus mehr als 40 Ländern erneut Rekordzahlen. Für die Branche ist das Event längst ein jährlicher Pflichttermin. Dafür sorgen vor allem Beiträge von hochrangigen Nutzern der Technologie, Referenten namhafter Unternehmen sowie Quereinsteiger, die neue Impulse für die Community liefern. Zusammen trugen sie in diesem Jahr zu folgenden Themen bei: Cyber Defence – Closing the Backdoors, Artificial (signal) intelligence – can a machine learn to think? Multi-domain intelligence – catch me if you can. Schon die Eröffnungspräsentationen sorgten für enormen Zuspruch. Brigadegeneral Armin Fleischmann (Kommando Cyber- und Informationsraum, Verteidigungsministerium Deutschland) referierte über den Einfluss der Digitalisierung auf aktuelle Bedrohungslage und die daraus resultierende Rolle des Militärs. Oberstleutnant Holger Schmör (Joint Electronic Warfare Core Staff, NATO) thematisierte die Anforderungen an Kommunikationsaufklärung in der modernen Kriegführung. Der Intelligence Workshop 2020 findet in Liverpool statt.

Wilhelm Bocklet

Arbeitskreis Wehrtechnik Schleswig-Holstein

(Foto: Dieter Hanel)

Der Vorsitzende des Arbeitskreises Wehrtechnik Schleswig-Holstein, Dieter Hanel, hat am 16. August 2019 den Jahresbericht 2019 präsentiert: Die leistungsfähige wehrtechnische High-Tech-Industrie in Schleswig-Holstein mit 30 Unternehmen beschäftigt direkt 6.400 Mitarbeiter. Das ist seit 2010 ein Anstieg um 30 Prozent. Hinzu kommen ca. 12.000 Beschäftigte im indirekten Bereich. Die meisten Unternehmen wollen den Personalbestand halten, einige größere Unternehmen sogar zulegen. Probleme bereitet aber der Fachkräftemangel, der bei nahezu allen Unternehmen nur mit „großen Anstrengungen“ gedeckt werden kann. Der jährliche Wehrtechnik-Umsatz schwankt zwischen einer und zwei Milliarden Euro. Der mittelständisch geprägte Marineschiffbau mit 14 Unternehmen und 4.500 Beschäftigten ist der bedeutendste Produktionsbereich. Der Exportanteil am Umsatz beträgt bis zu 70 Prozent. Schwerpunkte der Auftragseingänge liegen in Asien und im Nahen Osten. Die Wehrtechnik-Unternehmen Schleswig-Holsteins sind international wettbewerbsfähig und in einigen Bereichen Marktführer. Neben dem Export in EU- und NATO- sowie NATO-gleichgestellten Länder wächst vor allem der Anteil der Exporte in Drittländer. Von den 33 relevanten Aufträgen der letzten fünf Jahre entfallen 80 Prozent auf den Export. Wegen der großen Bedeutung der Exporte werden die Unternehmen ihre Auslandsaktivitäten weiter erhöhen. Doch unverändert problematisch ist die Erlangung von Exportgenehmigungen. Vor allem größere Unternehmen stehen hier vor erheblichen Problemen. Für die Wehrtechnik-Unternehmen stellt sich die wirtschaftliche Lage trotz schwieriger Markt- und Wettbewerbsbedingungen weiterhin zufriedenstellend dar. Für das Geschäftsjahr 2019 wird daher mit gleich hohen Umsätzen gerechnet. Dennoch besteht weiterhin dringender politischer Handlungsbedarf, um die personellen Kapazitäten und Schlüsseltechnologien zu erhalten:

  • Stufenweise Anhebung der unzureichenden Verteidigungsausgaben von derzeit 1,4 Prozent auf die in der NATO vereinbarten zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts.
  • Die Wettbewerbsbedingungen bei wehrtechnischen Produkten müssen in der EU für alle gleich gestaltet sein.
  • Die Beschaffungsverfahren und Zulassungsvorschriften für militärisches Gerät müssen europaweit vereinheitlicht werden.
  • Die Kalkulierbarkeit des deutschen Rüstungsexports muss hergestellt und eine Harmonisierung der europäischen Rüstungsexportbestimmungen muss erreicht werden.
  • Verzicht auf EU-weite Ausschreibungen, wo dieses zum Erhalt der Schlüsseltechnologien und hinsichtlich der einsatzbedingten Verfügbarkeit der Ausrüstung erforderlich ist.
    Verbalen Bekenntnissen von Politikern zur Bundeswehr und zur Wehrtechnik müssen Taten folgen. Hieran werden wir, so Hahnel, die Politik messen.

Dieter Stockfisch