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Mit dem am 15. Mai vorgelegten Zustandsbericht wurde es offensichtlich: die Wiederherstellung der „HNoMS Helge Ingstad“ (HNoMS – His/Her Norwegian Majesty’s Ship) wird <ziemlich> teuer. Die Reparatur der als Totalschaden bewerteten Havarie wurden mit 12-14 Milliarden Norwegische Kronen (ca. 1,25 Milliarden Euro) beziffert und mit einer Dauer von fünf Jahren angesetzt.

Angesichts des technischen, wirtschaftlichen und zeitlichen Risikos sei ein Ersatz angebracht, so, zusammengefasst, die Pressemitteilung des norwegischen Verteidigungsministeriums vom 21. Juni. „Die Regierung hat entschieden, dass es angemessener ist, „HNoMS Helge Ingstad“ zu entsorgen, als sie zu reparieren”, liess Verteidigungsminister Frank Bakke-Jensen verlautbaren.

Der Bau eines neuen Schiffes ähnlicher Ausprägung käme ein bis drei Milliarden Norwegische Kronen (ca. 103,5 – 310 Millionen Euro) günstiger. Dabei ist eine Ersatzgestellung innerhalb der Regierung unbestritten: „Wir waren uns daher einig, dass die von „HNoMS Helge Ingstad” vertretene Kapazität wiederhergestellt werden muss. Ich habe den Chef der Streitkräfte um seinem militärischen Ratschlag gebeten, wie die operative Kapazität ersetzt werden kann.“, sagt der Verteidigungsminister.

Die Verschrottung des Wracks soll 50-100 Millionen Norwegische Kronen (ca. 5,2 – 10,3 Millionen Euro) kosten. Einige Teile könnten nach Überprüfung und Reparatur wiederverwendet werden, Deren Wert wird auf 100 bis 400 Millionen Norwegische Kronen (10,3 – 41,4 Millionen Euro) geschätzt, vorbehaltlich der erforderlichen Inspektionen und Reparaturen, angesetzt.

Nun gilt es nach einem Ersatz zu suchen. Norwegischen Pressemeldungen zufolge werden alle Optionen geprüft – auch Ersatz durch mehrere kleinere Einheiten. Wobei die Erfahrungen mit „HNoMS Maud“, des in Südkorea gebauten Versorgungsschiffes, das im März dieses Jahres in seiner Heimat eintraf (die ES&T berichtete) sicherlich nicht unberücksichtigt bleiben. Offen ist die Frage der Verfügbarmachung von Haushaltsmitteln bzw. der Budgetierung innerhalb des Verteidigungshaushaltes. Die Option einer außerordentlichen Finanzierung wurde im Januar niedergeschlagen.

Bis zu einer Entscheidung der Nachfolge und deren Einsatzreife hat die norwegische Marine eine Durststrecke zu überwinden. Zurzeit wird durch den Einsatz der „HNoMS Helge-Ingstad“-Besatzung auf den verbliebenen vier Fregatten der Fridtjof-Nansen-Klasse (quasi Mehrbesatzungskonzept) die Lücke gestopft. Norwegische Zeitungen sehen auch den Versorger „HNoMS Maud“ in diesem Zusammenhang. Dazu ist seitens des Verteidigungsministeriums bzw. der Streitkräfte noch nichts bekannt. „HNoMS Maud“ befindet sich in der Herstellung der Einsatzreife, die für das Jahr 2020 vorgesehen ist.

In der Nacht zum 8. November letzten Jahres sank „HNoMS Helge Ingstad“ nach Zusammenstoß mit dem Tanker „Sola TS“ in der Nähe von Bergen (Norwegen). Der die Untersuchung führende Abteilungsleiter der Unfalluntersuchungsstelle, Dag Sverre Liseth, hat eine Berichterstattung spätestens 12 Monate nach dem Unfall zugesagt – konform mit den selbst gesetzten Richtlinien.

Hans Uwe Mergener