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Die U.S. Navy hat bei Sikorsky, einem Unternehmen des Lockheed Martin Konzerns, die Lose 2 und 3 des Schwerlasthubscharubers CH-53K für das U.S. Marine Corps in Auftrag gegeben. Für rund eine Milliarde Euro werden zwölf CH-53K produziert zur Auslieferung ab 2022. Damit wird der Serienanlauf (Low Rate Initial Production, LRIP) für dieses Luftfahrtzeug fortgeführt, der mit dem ersten LRIP-Vertrag 2017 über sechs Hubschrauber begonnen hatte. Die erste CH-53K wurde am 16. Mai 2018 an die Truppe übergeben und wird seitdem zahlreichen Tests unterzogen.

Das U.S. Marine Corps hat einen Bedarf von 200 Schwerlasthubschraubern angemeldet, für die ein Finanzvolumen von rund 27 Milliarden Euro eingeplant ist. Die Entscheidung über den Beginn der Serienproduktion (Full Rate Production, FRP) wird im Laufe diesen Jahres erwartet.

Nach Angeben von Sikorsky ist die CH-53K der einzige seegestützte Langstrecken-Schwerlasthubschrauber in Serie. Mit der dreifachen Hubkraft seines Vorgängers soll die CH-53K unter anderem für den Schwerguttransport von gepanzerten Fahrzeugen, Ausrüstungen und Personal eingesetzt werden, um Einsätze im tiefen Landesinneren von einem seegestützten Operationszentrum aus zu unterstützen. Die neue CH-53K übertrifft mit ihrer Schwerlastkapazität alle anderen bei den US-Streitkräften genutzten Drehflüglerplattformen. Der Schwerlasttransporter soll bis 2032 und darüber hinaus in Produktion bleiben.

Konstruiert als zuverlässiger, wartungsarmer Hubschrauber, der unter schwierigsten Bedingungen überlebensfähig ist, hat die CH-53K mittlerweile mehr als 1.400 Teststunden absolviert. Hierzu gehörte unter anderem der Nachweis, eine Außenlasten bis zu 16 Tonnen transportieren zu können. Zurzeit befindet sich das Flugzeug in einem herausfordernden Testprogramms, um sicherzustellen, dass die U.S. Marines Truppen und Ausrüstung sicher in größeren Höhen bewegen können, schneller und effektiver denn je.

Zu den umfangreichen Aufgaben der CH-53K gehören neben dem Truppen- und Gerätetransport Einsätze zur humanitären Hilfe, für die Evakuierung von Opfern (CASEVAC), zur Unterstützung von Spezialkräften und zur Suche und Rettung von Soldaten aus Kampfgebieten (Combat Search and Rescue, CSAR).

Die Bundeswehr hat ein Programm zur Beschaffung von bis zu 60 Schwerlasttransporthubschraubern gestartet. Zu den verbliebenen beiden Bewerbern gehört neben der Boeing CH-47 “Chinook” auch die Sikorsky CH-53K. Die US-Behörden haben für eine mögliche Beschaffung eine Genehmigung in Aussicht gestellt. Darüber hinaus haben israelischen Streitkräfte und die japanischen Selbstverteidigungskräfte ihr Interesse an der CH-53K angemeldet.

Gerhard Heiming